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- 30.07.10

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Gedanken zum Evangelium am 2. Sonntag nach Weihnachten
© Stephanscom.at"Die Welt ist kein Zufallsprodukt. Sie ist von Gott geschaffen und gewollt. Sie ist getragen von dem Wort, durch das Gott alles geschaffen hat. Sie ist aber vor allem geliebt. So sehr geliebt, dass Gott selber in sie eingetreten ist", sagt Kardinal Schönborn.

Wie es war im Anfang…

Was war am Anfang? Die Wissenschaft nimmt an: der "Big Bang", der "Urknall". Eine unvorstellbare schnelle und gewaltige Explosion. Aus ihr habe sich das ganze Universum entwickelt, die Sonne, die Sterne, die Galaxien. Einmal, so die Meinung der meisten Wissenschaftler heute, einmal hat alles begonnen. Von diesem Ursprung, aus diesem Anfang, habe sich alles entwickelt - über Milliarden von Jahren hin. Zuerst die gewaltigen Massen an Sternen und dann allmählich das Leben. Besonders auf unserem so besonderen, aber auch so bedrohten Planeten Erde.

Mich fasziniert seit meiner Jugend diese Frage nach dem Ursprung: wie entstand das Universum? Wie das Leben? Wie, wo, wann entstand der Mensch? Die Naturwissenschaften haben in diesen Fragen großartige Fortschritte gemacht. Unser Wissen ist enorm gewachsen. Und wird wohl noch weiter wachsen. Denken wir nur an das weite Forschungsfeld der Genetik, mit seinen Erfolgen, aber auch seinen Gefahren.

Auf eine Frage kann freilich keine Naturwissenschaft eine Antwort geben: Warum gibt es überhaupt die Welt? Warum sind wir da? Reiner Zufall? Ist es eben irgendwie passiert, ohne Sinn und ohne Ziel? Oder steht hinter diesem gigantischen Schauspiel doch ein Sinn? Jemand, der dies gewollt hat? Auf diese Frage kann keine Naturwissenschaft eine Antwort geben. Aber die Bibel gibt Antwort. Vor allem in drei Sätzen, von denen zwei heute im Evangelium des Johannes stehen. Doch zuerst die erste Antwort.

© Kronen Zeitung
Am Anfang steht nicht ein zufälliger Urknall, sondern das Werk des Schöpfers.

"Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde." Die erste, grundlegende Antwort gibt der erste Satz der Bibel. Am Anfang steht nicht ein zufälliger Urknall, sondern das Werk des Schöpfers. Wir sind nicht der Spielball eines blinden Schicksals, sondern von Gott gewollt und daher auch geliebt. Hinter allem steht ein liebevoller Plan, ein liebender Gott, Vater und Schöpfer.

Der zweite Satz steht am Anfang des Johannesevangeliums, der heute gelesen wird: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott." Dieser Satz ist ein Echo auf den ersten Satz der Bibel. Das griechische Wort, das Johannes hier verwendet, ist uns gut bekannt: "Logos". Wir kennen es aus Worten wie "Logotherapie", das heißt Sprachtherapie. "Logik" ist die Lehre vom vernünftigen Denken und Sprechen.

"Im Anfang war der Logos": das heißt "Im Anfang war die Vernunft, der Sinn, das Wort". Doch ist dieser Logos, Vernunft und Wort, nicht irgendeine Theorie, sondern eine Person. Das Wort, das im Anfang war, hat einen Namen, eine Stimme, ein Herz. Es ist Jemand und nicht Etwas. Es ist der Sohn Gottes, der eins ist mit dem Vater. Denn nie ist der Vater ohne sein Wort, seinen Sinn, seine Vernunft.

Heute aber steht ein dritter Satz in der Mitte der Frohbotschaft: "Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt". Die Welt ist kein Zufallsprodukt. Sie ist von Gott geschaffen und gewollt. Sie ist getragen von dem Wort, durch das Gott alles geschaffen hat. Sie ist aber vor allem geliebt. So sehr geliebt, dass Gott selber in sie eingetreten ist. Gottes ewiges Wort wurde ein Menschenkind, "hat Fleisch angenommen", ist Mensch unter uns Menschen geworden.

Hier finden Sie das Evangelium zum Sonntag.
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Übernommen von Radio Stephansdom. Diese Gedanken können Sie jeden Sonn- und Feiertag um 8.25 und um 21.45 auf Radio Stephansdom, 107,3 MHz, hören.

(red)

02.01.2010


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