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- 30.07.10

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In "Maria Schnee" treffen sich nicht nur Eisverkäufer
© www.cssr.atUm Vorurteile sprechen zu lassen: ob als Künstler wie Antonio Salieri oder als Eisverkäufer - seit Jahrhunderten bereichern die hier ansässigen Italiener das Leben in Wien. In der Minoritenkirche haben sie ihr religiöses Zentrum.

Der "Madonna della Neve", also "Maria Schnee", ist die italienische Nationalkirche in Wien geweiht. Nichtitalienern ist dieses eindrucksvolle gotische Gotteshaus besser als Minoritenkirche bekannt. Sie geht auf die ersten "minderen Brüder" zurück, die der heilige Franz von Assisi zur Seelsorge nach Wien entsandte. Wie Pater Giampaolo Pinato von den Minoriten erzählt, versammelten sich die italienischen Katholiken spätestens im ausgehenden 18. Jahrhundert an diesem Ort. 1786 übergab Kaiser Joseph II. das Gotteshaus nämlich einer religiösen Vereinigung, deren Aufgabe es war, sich der in Armut geratenen oder der kranken Italiener in den Wiener Krankenhäusern anzunehmen.

Von Eisverkäufern und Messerschleifern...

© Radio Stephansdom
Pater Eusebio Bejan betreut die Italienische Gemeinde in Wien.

Während es heutzutage vielfältige Motive sind, die Italiener nach Wien führen, kamen etwa vor hundert Jahren vor allem Angehörige bestimmter Berufsgruppen aus "bella Italia" in die Donaumetropole: Pater Giampaolo verweist hier auf die "gelatieri", die Eisproduzenten, und die "arrotini", die Messerschleifer. Rund 4.600 Italiener leben derzeit in Wien. Bei bevorstehenden Taufen oder Hochzeiten wenden sie sich gerne an die italienischen Minoriten. "Es kommen immer wieder gemischte Ehen zwischen Italienern und Österreichern zustande, bei denen wir die Ehevorbereitung zweisprachig machen", berichtet Pater Eusebio Bejan.

...zu Touristen aus "bella Italia"

© www.minoriten.at
Junge Italienerinnen und Italiener sorgen für die musikalische Umrahmung so mancher Gottesdienste.

Zu Weihnachten und Ostern zieht es viele der in Wien ansässigen Italiener in die Heimat. Doch ihr Fehlen wird durch die starke Präsenz italienischer Touristen ausgeglichen. Diesen bereitet es aber oft Schwierigkeiten, "ihre" Kirche in Wien zu entdecken, berichtet Pater Eusebio: "Viele finden die Minoritenkirche nur zufällig, denn man sieht sie zwar von weitem, aber je näher man kommt, desto mehr verschwindet sie zwischen den Häusern."

Von italienischen Studenten ...

© Radio Stephansdom
Italiener und Österreicher sind herzlich willkommen, so Pater Giampaolo.

Ein Schwerpunkt der seelsorglichen Tätigkeit der italienischen Minoriten besteht in der Betreuung von Jugendgruppen, denen vor allem Studenten angehören, sagt Pater Giampaolo. "Jeden Samstag treffen sich bei uns junge Italiener, die hier in Wien ihr Studium abschließen. Manche bleiben nur drei Monate, andere ein oder zwei Jahre." Bei den Treffen steht eine Zeit der Besinnung, aber auch gemeinsames Singen auf dem Programm.

...bis zu italophilen Österreichern

Nicht nur Italiener besuchen die Gottesdienste bei den Minoriten, sondern auch italophile Österreicher sind herzlich willkommen. "Es kommen regelmäßig auch Wiener zu den Messen, die einfach die italienische Sprache und Kultur lieben", erklärt Pater Eusebio im Gespräch mit Radio Stephansdom. Auch sie können als Lektoren oder Kantoren zum Gelingen der liturgischen Feiern beitragen. An Gottesdiensten in italienischer Sprache kann man bei den Minoriten samstags um 17.00 und sonntags um 11.00 Uhr teilnehmen.

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(mp)

24.10.2005


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