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- 30.07.10

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Unsere Mission ist das offene Ohr
© RupprechtIn den vergangenen hundert Jahren ist die Volksgruppe der Tschechen in Wien immer kleiner geworden. Die meisten haben sich integriert. Seit 1989 gibt es wieder einen gewissen Zuzug und damit Aufschwung für die katholische tschechische Gemeinde in Wien.

Am Rennweg 63 im dritten Bezirk steht die tschechische Erlöserkirche - einer der vier Orte, an denen in Wien katholische Gottesdienste in tschechischer Sprache gefeiert werden. Außerdem gibt es jeden Sonntag tschechische Messen in Maria am Gestade im ersten Wiener Gemeindebezirk. Im Studentenheim Salesianum im dritten Bezirk sowie im Don-Bosco-Haus im 13. Bezirk feiern die jüngeren tschechischen Gemeindemitglieder einmal pro Monat Jugendmessen mit Pfarrer Pater Jan Horák, der Salesianer Don-Boscos ist.

Die älteste fremdsprachige Gemeinde

© Tschechische Gemeinde
Die Kirche am Rennweg 63 ist das Zentrum der tschechischen Gemeinde in Wien.

Die katholische tschechische Gemeinde in Wien ist die älteste fremdsprachige Gemeinde der Stadt - die Wurzeln der tschechischen Seelsorge gehen auf Premysl Otokar II. zurück - reichen also in das 13. Jahrhundert. Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts, lebten und arbeiteten 500.000 Tschechen in Wien. Jeder vierte Wiener war damals Tscheche.

Die Nachkommen dieser Generation haben sich längst integriert, nur mehr das Wiener Telefonbuch mit seinen zahlreichen tschechischen Namen zeugt von dem großen Zuzug aus Böhmen und Mähren.

Tschechen in Wien sind eine staatlich anerkannte Volksgruppe

© Tschechische Gemeinde
Die Mitglieder der tschechischen Gemeinde versammeln sich in der Kirche am Rennweg.

Auf Integration setzt man auch heute, erklärt Pastoralassistentin Paula Carmignato. Die Jugendmessen würden nicht jeden Sonntag auf Tschechisch gefeiert, damit die jungen Leute auch die Möglichkeit hätten, in ihrer deutschsprachigen Wohnpfarre Heimat zu finden.

Die Tschechen in Wien haben nicht nur eine eigene Seelsorge, sie sind - im Unterschied zu den meisten anderen fremdsprachigen Gemeinden - eine auch vom Staat Österreich anerkannte Volksgruppe. Diese ist zwar im Vergleich zu den Zahlen der tschechischen Einwanderer am Anfang des 20. Jahrhunderts klein, doch ist seit 1989 ein Aufschwung zu spüren. Tschechische Vereine, Zeitungen und einen Friedhof gibt es nach wie vor in Wien. Und: Eine eigene Schule, die vom Kindergarten bis zur Matura von über 300 Schülerinnen und Schüler besucht wird.

Die wichtigste Form der Mission: ein offenes Ohr

© Tschechische Gemeinde
Das Sakrament der Firmung feierten die Mitglieder der tschechischen Gemeinde mit Ordinariatskanzler Mick.

Paula Carmignato unterrichtet Religion. Den Religionsunterricht besuchen etwa zwei Drittel der Kinder, darunter auch viele nicht getaufte. In Tschechien selbst sind nur 30 Prozent der Bevölkerung getauft. Viele, die seit 1989 nach Wien gekommen sind, hatten hier das allererste Mal Kontakt zu einer katholischen Pfarre - durch die Schule und den Religionsunterricht. Den Kontakt zu diesen Menschen, sieht Pastoralassistentin Carmignato als eine ihrer neuen Hauptaufgaben. Besonders junge Mütter, die aus Tschechien kommen und sich hier oft allein gelassen fühlen, brauchen ihr offenes Ohr. Das sei die wichtigste Form der Mission, ist Paula Carmignato überzeugt.

In den letzten drei Jahren haben sich drei Erwachsene in der tschechischen Gemeinde taufen lassen. Wie viele Mitglieder die tschechische Gemeinde insgesamt hat - mit allen Nicht-Tschechen, die auch gerne kommen - das lässt sich nicht so genau sagen, meint Paula Carmignato, "es sind jedenfalls viele".

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(ms)

15.03.2006


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