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- 10.09.10

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"Jung, bunt, laut" - Die ungarische Gemeinde in Wien
© Rupprecht"Die ungarische Gemeinde in Wien ist eine sehr temperamentvolle Gemeinde, denn die Ungarn sind ein temperamentvolles Volk", erklärt Seelsorger Ferenc Simon. Geprägt sei das Gemeindeleben von den vielen Festen, die der ungarische Festkalender bietet.

"Wir Ungarn feiern sehr gerne Feste. Fast jede Woche gibt es ein Fest, das man feiern könnte. Das ist eine gute Gewohnheit", erklärt Seelsorger und Pfarrer Ferenc Simon die zentrale Eigenschaft der ungarischen Gemeinde in Wien. "Die Gemeinde kann man mit drei Worten beschreiben: Jung, bunt und laut", erklärt der Seelsorger.

Gefeiert wird auf jeden Fall sonn- und feiertags um 11.00 Uhr in der Deutschordenskirche im ersten Bezirk. "Viele junge Menschen und viele Kinder kommen zum Gottesdienst", ist Ferenc Simon begeistert von der "sehr temperamentvollen und sehr lebendigen Gemeinde", die er zu betreuen hat. "Aber so sind die Ungarn einfach", stellt er im Gespräch mit Radio Stephansdom fest.

Eine fremdsprachige Gemeinde mit Geschichte

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Ferenc Simon ist Seelsorger für die ungarischen Wiener.

Die ungarische Seelsorge in Wien gibt es seit 1522. "Zuerst kamen die Seelsorger von Szombathely und seit 1722 wird eine eigene Seelsorgestelle von Wien finanziert. Schließlich bestätigte 1772 Kaiserin Maria Theresia, dass in Wien lebende und geschäftemachende Ungarn seelsorglich betreut werden", erzählt Pfarrer Simon von der Geschichte der Ungarn in Wien.

In Wien leben heute etwa 15.000 Ungarn. Etwa 6.000 sind katholisch. 2005 wurde Ferenc Simon zum Seelsorger der Ungarn in Wien. "Es war für mich nicht leicht, wieder in meiner Muttersprache zu predigen. Ich bin seit zehn Jahren in Österreich und fühle mich als Wiener", so Pfarrer Simon. Die "Lange Nacht der Kirchen" war sozusagen das Einstandsfest für den neuen Seelsorger Ferenc Simon als Seelsorger der ungarischen Gemeinde.

"Lange Nacht der Kirchen" als Einstandsfest

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Feste zu feiern ist für die Ungarn in Wien wichtig: "Es ist ein temperamentvolles Volk."

Die ungarische Gemeinde hat im Juni 2005 bei der "Langen Nacht der Kirchen" mitgemacht. "Es war einfach ganz schön, wie sich das ergeben hat. Die Ungarn haben österreichische Freunde mitgebracht. Die haben nicht alles verstanden, weil sie ja nicht ungarisch sprechen, aber sie haben etwas Wichtiges verstanden: Dass hier mit großer Begeisterung Gemeinschaft gelebt wird", berichtet der Seelsorger.

"Österreicher sind unsere Schwager"

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An der ungarischen Pfarrzeitung arbeiten viele ehrenamtliche Mitarbeiter mit.

Zur Gemeinde der Ungarn in Wien kommen vor allem jene, "die noch nicht so lange da sind. Immigranten, die schon länger in Wien leben, feiern und arbeiten in den verschiedenen Pfarrgemeinden mit", erklärt Ferenc Simon den Alltag in der fremdsprachigen Gemeinde.
Das Leben für Ungarn in Österreich sei leicht, denn "Österreicher sind unsere Schwager", beschreibt Simon die familiären Beziehungen, die ein Ungar in Wien vorfindet. 1989, nach dem Fall des "Eisernen Vorhanges" sei ein Aufbruch bemerkbar gewesen.

Heute kämen vor allem junge Menschen aus der Südslowakei, Westungarn, Westrumänien oder Nordserbien nach Österreich, so Simon. Es seien Menschen, die sich bewusst für ein Leben in Österreich entschieden und die Heimat in Wien gefunden haben, ist der Seelsorger überzeugt.

Gedenken an Ungarnaufstand

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Das Fest des Heiligen Stephan I., des Königs von Ungarn, wird jedes Jahr im August im Wiener Stephansdom gefeiert.

Das Jahr 2006 ist ein besonderes Gedenkjahr für die Ungarn. "Vor 50 Jahren halfen die Österreicher vielen Menschen, die nach dem Aufstand in Ungarn flohen. Im November 2006 wird es ein Gedenken und einen Dankgottesdienst mit Kardinal Peter Erdö und Kardinal Christoph Schönborn im Stephansdom für die große Hilfe der Österreicher geben", kündigt Ferenc Simon an.

Die ungarische Gemeinde in Wien

Im Gemeindezentrum der Ungarn in der Döblergasse 2 im 7. Bezirk finden regelmäßig Studenten-Gebetskreise und Familienrunden statt. Zu den Familienrunden kommen etwa 40 Personen. "Ich will auf alle Fälle, dass die Gruppen ihre Selbständigkeit bewahren und weiterentwickeln. Und in Wien ansässige ungarische Vereine sollen mehr in das Gemeindeleben mit einbezogen werden", umschreibt der Ungarn-Seelsorger seine Arbeit. Ein wichtiges Anliegen ist dem Pfarrer auch, dass die ungarische Identität für Österreich eine Bereicherung sein könne.

Gedenken an den heiligen König Stephan

Die ungarischen Feste in Wien werden jedes Jahr am letzen Samstag im August im Stephansdom deutlich spürbar. "Da wird das Fest des Heiligen Stephan, des ersten ungarischen Königs, gefeiert und der Stephansplatz ist fest in ungarischer Hand", so Seelsorger Simon.

(gr)

18.10.2005


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