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- 30.07.10

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Stadtdekanat 12 - Im Einsatz für die sozial Schwachen
© Pfarre HetzendorfDer 12. Wiener Gemeindebezirk ist geprägt von bereits im Mittelalter erwähnten Ortschaften wie Meidling und Hetzendorf. "Die Pfarren im Dekanat sind alle gut unterwegs", so der Dechant Hans Bensdorp.

Meidling wurde zirka 1140 als Klosterneuburger Stiftsbesitz "Murlingen" erstmals genannt. Die Gemeinden Untermeidling, Obermeidling, Gaudenzdorf, Wilhelmsdorf, Hetzendorf und Altmannsdorf wurden dann 1890 zu dem heutigen 12. Wiener Gemeindebezirk zusammengeschlossen. Auch der Ort Hetzendorf ist bereits seit 1140 mit den Namen "Hercindorf" oder "Hercendorf" urkundlich nachweisbar.

Fronleichnamsprozession auf der Meidlinger Hauptstraße

Im heutigen Hetzendorf betreut Pfarrer Hans Bensdorp die Pfarre seit 1979. Zugleich ist er auch seit 15 Jahren Dechant des Stadtdekanates 12. "Das Dekanat hat viele lebendige Pfarren, die sehr gute Arbeit leisten und sich bei den unterschiedlichen Anlässen zusammenfinden", sagt Dechant Bensdorp und nennt die Fronleichnamsprozession als ein Beispiel: "Die Fronleichnamsprozession, die von drei Pfarren auf der Meidlinger Hauptstraße durchgeführt wird, ist zweifellos ein Gottesdienst, der den Zusammenhalt im Dekanat stärkt", so Dechant Hans Bensdorp.

Die Pfingstnacht "Kirche am Weg"

© Stephanscom.at
Pfarrer Hans Bensdorp ist seit 15 Jahren Dechant im Stadtdekanat 12.

Auch die "Pfingstnacht" bringe die Gläubigen aus den verschiedenen Pfarren zusammen, erzählt Dechant Bensdorp. Diese Nacht sei aber nicht auf die katholischen Pfarren beschränkt: "Die 'Pfingstnacht' findet regelmäßig in der 'Kirche am Weg' der evangelischen Gemeinde statt. Bis spät in die Nacht werden jede Stunde unterschiedliche Gebetseinheiten von den verschiedenen Kirchen gestaltet. Letztes Jahr hat zum Beispiel der griechisch-orthodoxe Metropolit von Austria, Erzbischof Michael Staikos, mitgefeiert und -gebetet."

"Ökumene hat im Dekanat einen hohen Stellenwert"

Vor allem mit der evangelischen Gemeinde habe man sehr gute Beziehungen, was auch die regelmäßige Teilnahme der Pfarrerin Ingrid Vogel aus der evangelischen Gemeinde Hetzendorf an den Dekanatskonferenzen bestätige, betont der Dechant. "Es gibt im ökumenischen Dialog ein gutes Einvernehmen und die Ökumene hat im Dekanat einen hohen Stellenwert."

Mit offener Jugendarbeit auf Veränderungen in Gesellschaft reagieren

© Stephanscom.at
"Die Pfarren sind gut unterwegs."

Dechant Bensdorp erzählt auch von den Veränderungen, die es in den letzten 15 Jahren gegeben habe: "Vor allem in der Jugendarbeit lässt sich eine veränderte Gesellschaft gut ablesen. Gab es früher genau definierte Gruppen, die sich regelmäßig trafen, so ist heute eher eine offene Jugendarbeit gefragt, die sich den Bedürfnissen der Jugendlichen anzupassen versteht."

"Besuche eine Kirche, die du noch nicht kennst"

Die Vorbereitungen für das nächste große Ereignis im Dekanat und in der Kirche laufen bereits, berichtet Dechant Bensdorp stolz. "Bei der 'Lange Nacht der Kirchen' machen alle Pfarren mit und wir versuchen auch alle Gläubigen einzuladen sich zu beteiligen. Uns geht es vor allem darum, dass man sich auch einmal die Kirche der Nachbarpfarre anschaut", so Bensdorp. Aus diesem Grund werde diese Nacht unter dem Leitmotiv stehen "Schau dir eine Kirche im Dekanat an, die du noch nicht kennst".

Die Gottesdienste der Caritasgemeinde

© VinziRast
Cecily Corti initiierte die "Vinzirast", die Schlafstätte für obdachlose Menschen.

Dechant Bensdorp erzählt von den sogenannten "Sandlermessen" in der Pfarre Namen Jesu. Von der Caritasgemeinde, die sich in der Pfarre Namen Jesu regelmäßig trifft, werde ein Gottesdienst mit Menschen aus allen möglichen sozialen Schichten gefeiert. "Seit zirka sieben Jahren finden sich mehr als 250 Menschen ein, die gemeinsam mit dem Seelsorger Thomas Kaupeny die Messe feiern. Die Kirche ist gerammelt voll mit Menschen aus den unterschiedlichsten Heimen, aus den Caritaseinrichtungen und auch mit Menschen, die auf der Straße leben", so Pfarrer Bensdorp.

Die Vinzirast in der Wilhelmstraße

Ebenfalls im Stadtdekanat 12 gibt es die sogenannte "Vinzirast", die nach dem Vorbild des Grazer Vinzidorfes eingerichtet wurde. Die "Vinzirast" ist eine Herberge für Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben und eine Schlafstätte suchen. Zeitweise fänden sich mehr als 50 Leute in der Wilhelmstraße 10 ein, um zumindest in der Winterzeit einen warmen Schlafplatz zu haben. Gegründet wurde die Vinzirast von der Vinzenzgemeinschaft St. Stephan, deren Obfrau Cecily Corti ist, die Witwe des verstorbenen österreichischen Regisseurs Axel Corti.

"Pfarren haben ihr Profil bewahrt"

Diese Einrichtungen und Angebote zeigen, dass die Pfarren zwar meistens für sich, dafür aber nicht weniger engagiert unterwegs seien. "Jede Pfarre hat ihr eigenes Profil bewahren können. Lebendige Pfarren und eine gewisse Mobilität erlauben es den Menschen, dorthin zu gehen, wo sie sich wohlfühlen, genug Angebote hierfür finden sie im Stadtdekanat 12", so Dechant Bensdorp.

Stadtdekanat 12 - Statistik

Pfarren: 8
Pfarrer: 5
Moderatoren: 2
Kapläne: 2
Pastoralassistenten: 4
Pfarrassistent: 1
Diakon 1
Katholiken: ca. 33.500

Pfarren des Dekanates

(mg)

21.03.2005

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