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- 18.03.10

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Gott im Leid - Zur Stichhaltigkeit der Theodizee-Argumente
© Stephanscom.atWarum hat Gott eine Welt erschaffen, in der das Dasein für unzählige Lebewesen oft äußerst leid- und schmerzvoll ist? Hätte er auch eine bessere Welt mit weniger Leid erschaffen können? Antwortversuche auf diese Fragen versucht der Fundamentaltheologe Armin Kreiner zu geben.

Der griechische Philosophen Epikur (341-270 vor Christus) formulierte knapp 300 Jahre vor der Geburt Jesu bereits das Problem der Theodizee in sehr prägnanter Form:
"Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht: dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft, oder er kann es und will es nicht: dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist, oder er will es nicht und kann es nicht: dann ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott, oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt: Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?"

Theodizee-Argumente werden hinterfragt

© Rupprecht
Ein Gott, der selbst mitleidet, kann eine Antwort auf die Theodizee sein.

Der Professor für Fundamentaltheologie der Universität München Armin Kreiner hat die Argumente, die trotz des Leides für einen allmächtigen Gott sprechen in seinem Buch, "Gott im Leid - Zur Stichhaltigkeit der Theodizee-Argumente" gesammelt und einer kritischen Prüfung unterzogen. Allerdings legt er in seinem nun in der dritten Auflage erschienenen Buch keine ideengeschichtliche Studie vor, die eine detaillierte Rekonstruktion der Antworten auf die Theodizee-Frage von Augustinus bis Leibnitz liefern möchte. Vielmehr be- und hinterfragt er den Gehalt und die Schlüssigkeit jener Rechtfertigunsargumente in sinnvoll gegliederten Kapiteln.

Die Leidensfähigkeit Gottes

Zu Beginn erläutert Kreiner die These, dass das Leid deshalb unbegreiflich bleiben müsse, da es auch ein Stück der Unbegreiflichkeit Gottes sei. Dieses Argument lehnt der Theologe allerdings ab, da hiermit die theoretische Unlösbarkeit des Theodizee-Problems und damit auch das Scheitern aller bisherigen Versuche behauptet werde, was einem Abschied einer rationalen Theologie gleichkäme.
Im folgenden werden dann die Argumente, die das Übel als "Privatio boni" (Abwesenheit von Gutem) oder das Leid als Strafe für begangene Sünden charakterisieren, erläutert. Schließlich nehmen die Argumente der Leidensfähigkeit Gottes und der Willensfreiheit des Menschen, die in der christlichen Theologie eine bedeutende Rolle spielen, breiten Raum ein.

Objektive Sachlichkeit und logische Klarheit

Die Theodizee-Argumente werden am Ende des jeweiligen Kapitels nochmals kritisch diskutiert und zum Teil sogar entkräftet. Der Leser wird somit in eine höchst spannende und intellektuell anregende Pro- und Contra Disputation einbezogen, die sich vor allem durch eine allgemeine Verständlichkeit, objektive Sachlichkeit und logische Klarheit auszeichnet.

Wer sich mit diesem Buch beschäftigt wird viele Argumente finden, warum es weiterhin gerechtfertigt sein kann, in einer Welt voller Leid an einen allmächtigen und guten Gott zu glauben.

Armin Kreiner
Gott im Leid - Zur Stichhaltigkeit der Theodizee-Argumente
Verlag: Herder
ISBN: 3451286246
Preis: 22,70 Euro

© Stephanscom.at

(mg)

01.02.2005

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