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- 30.07.10

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In Sichtweite Gottes? Bekenntnisse aus dem Alltag
© Wiener Dom-VerlagInstitutionell verordnete Religiosität sei heute nicht mehr möglich, gefragt ist eine persönliche Gottesbeziehung, heißt es im Vorwort des von der Katholischen Aktion herausgegebenen Buches. Es folgen über 50 sehr persönliche Bekenntnisse aus dem Alltag von Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen.

Anlass für das im Wiener Dom-Verlag erschienene Buch ist der Jahrestag des Papstbesuches in Österreich, der unter dem Motto "Auf Christus schauen" stand. Es besteht aus über 50 Beiträgen, die sich als "Bekenntnisse aus dem Alltag" verstehen. Die Autoren und Autorinnen haben sich die Frage gestellt, ob, wer "auf Christus schaut", "in Sichtweite Gottes" ist? Oder einfacher gesagt: "Fühlen wir uns heute noch in Sichtweite Gottes?" Und: "Wie kann heute in Österreich ein Leben aus dem christlichen Glauben gestaltet werden?", so schreibt Luitgard Derschmidt, Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich im Vorwort des vorliegenden Buches und erläutert, dass die gesammelten Texte dem Papst persönlich übergeben wurden.

Erfahrungen aus dem Alltag

© Wiener Dom-Verlag
Das Buch "In Sichtweite Gottes?" enthält über 50 persönliche Bekenntnisse aus dem Alltag.

Über ihre persönliche Gottesbeziehung und über ganz konkrete Erfahrungen aus dem Alltag schreiben Frauen und Männer aus den unterschiedlichsten Kontexten und Lebenssituationen, denen eines gemeinsam ist, nämlich, dass ihnen ein christliches Leben wichtig ist. Doch worin dieses besteht, wie ihr Verhältnis zur Kirche aussieht, oder ob sie sich als "katholisch" bezeichnen, diese Fragen werden sehr verschieden beantwortet.

Überzeugende Bekenntnisse

Die Beiträge sind berührend und ehrlich - und gerade deshalb ist das Buch überzeugend. So schreibt etwa die Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi: "Ich bin so eine Art ungläubiges Kerzenweiblein." Und dann ihr Bekenntnis: Sie bete gerne den Rosenkranz und würde nie aus der Kirche austreten. Der Wiener Universitätsprofessor Roland Girtler gesteht, dass er als Historiker oft Probleme hat, weil er meint, dass sich Gott in Situationen nicht einschalten kann - auch nicht, wenn Kinder sterben. Als Hobbykletterer aber gibt er ein schlichtes Bekenntnis, das in einer besonders gefährlichen Situation in einer Bergwand entstand: "Lieber Gott, lass mich das überleben." Und die katholische Theologin und Pastoralassistentin aus Oberösterreich, Martina Lainer, bekennt sich zur Kirche als einer großen Kraft, "die der Welt zu einem menschlichen Gesicht verhilft, in dem sich das Antlitz Gottes widerspiegelt." Am Ende ihres Beitrags artikuliert die Autorin - wie auch viele der anderen Verfasser - ihre Wünsche an die Kirche.

Wünsche an die Kirche

"Dass die Kirche die Sehnsucht der modernen Menschen in einer globalisierten Welt zu verstehen sucht und gemeinsam mit ihnen neue Wege findet und geht", so eine der Hoffnungen für die Zukunft der Kirche. Um diese Kirche geht es allen Verfassern, haben sie auch viel Kritik, Ärger oder Enttäuschungen zu äußern. Und so sind die - an den Papst gerichteten - Bekenntnisse aus dem Alltag in Wahrheit sehr liebevolle und ernstgemeinte Bekenntnisse zur Kirche.

Herausgeberin Derschmidt resümiert mit den treffenden Worten: Aus dem Buch wird eine "Hoffnung aus dem Glauben spürbar: Hoffnung für eine bessere Welt, aber auch Hoffnung auf und Chancen für eine Kirche, die sich mit der Jetztzeit versöhnt und die Sehnsüchte und Nöte der Menschen wahrnimmt, aufgreift und dadurch alltagstauglich wird."

In Sichtweite Gottes?
Bekenntnisse aus dem Alltag

Luitgard Derschmidt / Walter Greinert (Hg.)
Verlag: Wiener Dom Verlag
ISBN: 978-3-85351-201-2
Preis: 12,90 Euro

©

(sj)

23.09.2008

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