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- 30.07.10

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"Das Kreuz ist nicht nur ein bloßes Kultursymbol"
© kathbild.at/RupprechtDer evangelische Bischof Bünker betonte die religiöse Bedeutung des Kreuzes als "Zeichen der Versöhnung und der Liebe Gottes". Das Kreuz sei nicht nur eine bloßes Kultursymbol. Die Katholische Aktion bedauert das umstrittene Kreuz-Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs.

Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) bedauert das umstrittene Kreuz-Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs. Das Christentum, dessen Symbol das Kreuz ist, habe Europa wesentlich geprägt. Zugleich warnt die KAÖ davor, dass mit dem Straßburger Urteil der Laizismus tendenziell in den Rang einer Religion erhoben werde. "Das Kreuz gehört über das religiöse Symbol hinaus zur geschichtlichen und kulturellen Identität des europäischen Kontinents", so KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt am Freitag, 6. November 2009. Die KAÖ sei für eine Trennung von Staat und Kirche, nicht aber für eine Verbannung religiöser Zeichen aus dem öffentlichen Raum.

Diskriminierung der Gläubigen

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"Die Entscheidung ist eine Übertreibung der 'political correctness'", so Derschmidt.

Das vom Gerichtshof ausgesprochene Verbot stelle eine eindeutige Diskriminierung der Gläubigen dar, so die KAÖ. Die Gerichtsentscheidung sei eine Übertreibung der "political correctness", die in ihr Gegenteil umschlage, "weil sie durch dieses Verbot den Laizismus in den Rang einer Religion erhebt, die Andersdenkende ausschließt". Laizismus könne aber keine Religion sein. Die KAÖ warnt vor negativen Auswirkungen auf die europäische Integration. Diese Integration sei nicht nur ein wirtschaftlich-politisches Werk, bei dem es um technokratische Effizienz geht, sie beruhe vielmehr auch auf dem Respekt vor tragenden Werten der europäischen Entwicklung.

Kreuz ist kein Kulturlogo

© kathbild.at/Rupprecht
"Es ist wichtig, dass Religion an den Schulen präsent ist", so Bischof Bünker.

Vor einer Degradierung des Kreuzes zu einem bloßen Kultur-Symbol hat auch der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker gewarnt. Das Kreuz ist für die evangelischen Christen Zeichen der Versöhnung und der Liebe Gottes, so Bischof Bünker. Es sei traurig, wenn das Kreuz zu einem Ärgernis werde: "Was wir aber nicht wollen, ist, dass das Kreuz zu einem 'Kulturlogo' wird, denn dadurch wird es entkräftet". Solange es die geltende gesetzliche Regelung der Kreuze in Österreich gebe, sei er dafür, dass Kreuze in den Klassenzimmern hängen, so der Bischof: "Wichtiger aber ist es, dass die Religionen an den Schulen präsent sind und zwar authentisch die Religionsgemeinschaften selbst."

Verdrängung der Religion

Der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld unterstrich die Bedeutung der Präsenz der Religion im öffentlichen Raum. Da die reformierten Christen nicht einmal in den Kirchen Kreuze anbringen, wäre es komisch, so Hennefeld, wenn er sich nun konkret für Kreuze in Klassenzimmern stark machen würde; in der aktuellen Debatte gehe es aber letztlich nicht um das Kreuz im Klassenzimmer, sondern um die Verdrängung der Religion aus dem öffentlichen Raum. Die Christen müssten in die Gesellschaft hineinwirken. Hier sei es "sehr problematisch, wenn die Religion zunehmend privat wird".

Weitere Artikel:

Das Kreuz-Urteil ist "schlichtweg nicht akzeptabel"

(red/KAP)

06.11.2009


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