Zurück zur Startseite. Zurück zur Startseite. Zur Webseite von Radio Stephansdom.
- 02.09.10

 RSS, ATOM
 
"Menschenbild im Strafrecht"
© kathbild.at/RupprechtExperten aus ganz Europa diskutierten über neue Ideen des Strafrechtsbegriffes, unter anderem die Abschaffung der Gefängnisse. Am 21. September begann der internationale Kongress im Albert-Schweizer-Haus im 9. Wiener Gemeindebezirk über christliche Ethik im Strafrecht.

Über christliche Ethik im Gefängnissystem, das Gefängnis als Institution selbst und über die Kontrolle des Strafvollzuges diskutierten die Teilnehmer des Kongresses "Das Menschenbild im Strafrecht". Die Tagung fand von Montag, 21. September 2009, bis Donnerstag, 24. September im Albert-Schweizer-Haus statt.

Abschaffung der Gefängnisse

© kathbild.at/Rupprecht
Die Kongressteilnehmer fordern in ihrem Abschlussbericht unter anderem die Verbesserung der Haftbedingungen.

Grundtenor des Kongresses war, dass das Vergeltungs- und Rachedenken im Bereich des Strafrechts überholt sei und einer grundlegenden Überarbeitung bedürfe. Der deutsche evangelische Theologe und Soziologe Tobias Müller-Monning erklärte die Idee folgendermaßen: "Wir müssen uns von der Grundidee des Gefängnisses verabschieden. Wir müssen für das 21. Jahrhundert neue Sanktionsformen suchen." Weiters waren sich die Kongressteilnehmer einig, dass die Haftsituation in den Gefängnissen verbessert werden müsse. Zudem solle die Dauer der Haft verkürzt werden. Die Gefangenen verlieren durch lange Haftstrafen ihre soziale Kraft und könnten nach der Entlassung nicht mehr vollständig in die Gesellschaft zurückfinden. Außerdem solle der Begriff "geistig abnormer Rechtsbrecher" nicht mehr verwendet werden und neue Einrichtungen für psychisch belastete Menschen gefunden werden.

Sieben-Punkte-Programm

"Aufgrund der mangelnden räumlichen und personellen Ressourcen leidet die Haftsituation der Gefangenen", berichtet Matthias Geist von der evangelischen Gefängnisseelsorge über die Meinungen beim Kongress. Für die Lösung der georteten Probleme legte Matthias Geist im Zuge der Abschlusspressekonferenz am Donnerstag, 24. September ein sieben Punkte-Programm für eine Strafrechtsethik in Österreich vor: "Wir fordern eine Ausweitung der Besuchsrechte und die Einrichtung von Haftraumtelefonen. Außerdem die Überprüfung der Spazierhöfe, Warteräume, Vernehmungsräume und Hafträume." Ebenso fordert Matthias Geist "ein schlagkräftiges und wirksames Beschwerdeinstrument", das keine Konsequenzen für den Gefangenen vorsieht. Ein Ombudsmann wäre ein geeigneter Lösungsansatz. Weiters fordert der Theologe die Schaffung eines neuen Institutes für Strafrechtsethik.

Weitere Artikel

"Kein Rechtssystem kann letzte Gerechtigkeit schaffen"  

(fk)

24.09.2009


Druckansicht


Zurück

 
Schwerpunkte
Thema Missbrauch
Kultursommer
Sommergespräche
Neuerscheinungen
Aktuelle Tipps
Stichwortsuche


 


Die Erzdiözese - Service - Glaube & Leben - Pfarren - Termine - Suche/Sitemap - Gottesdienstsuche

Katholische Kirche Wien - Erzdiözese Wien - Erzbistum Wien
Optimiert ab MS IE 5.X und NS 7.X mit 1024x768 Pixel