Weltweit 250 Millionen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt © kathbild.at/Rupprecht

Vertreter von Hilfsorganisationen rufen zu mehr Engagement für unterdrückte Christen auf. 175.000 Christen müssen jedes Jahr wegen ihrer Religion ihr Leben lassen. 75 Prozent der weltweit wegen ihrer Religion verfolgten Menschen seien Christen.

Weltweit werden rund 250 Millionen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt, im Westen nimmt man diese Entwicklung aber viel zu wenig wahr. Das war der Tenor einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 27. Mai 2009, in Wien, zu der die katholische Hochschulgemeinde geladen hatte. Unterdrückung und Verfolgung gibt es vor allem im arabischen Raum, in Indien, China, Nord-Korea und Südamerika.

Aufruf zur Unterstützung

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In manchen Ländern ist der Besitz einer Bibel verboten.

Antonius Leitner von "Christian Solidarity International" (CSI) geht von weltweit 175.000 Christen aus, die jedes Jahr wegen ihrer Religion ihr Leben lassen müssen. 75 Prozent der weltweit wegen ihrer Religion verfolgten Menschen seien Christen. Leitner rief gemeinsam mit Victor Elkharat, einem Diakon der koptischen Kirche, Herbert Rechberger von "Kirche in Not" und Gudrun Kugler von der Menschenrechtsinitiative Christianophobia.eu dazu auf, sich für verfolgte Christen einzusetzen. Sei es durch Petitionen, Spenden, Gebet oder auch aktive Unterstützung vor Ort.

Diskriminierungen auch in Europa

Laut Kugler würden aktuelle Erhebungen von UNO und OSZE ergeben, dass Intoleranz gegen Christen und die Christianophobie durch Stigmatisierung und negative Stereotypisierung im Steigen begriffen sei. "Drei Gruppen dürfen in Europa diskriminiert werden: Jäger, Raucher und Katholiken", zitierte Kugler aus einer deutschen Zeitung. Sie rief dazu auf, soziale Diskriminierungen von Christen auch in Europa nicht hinzunehmen.

Die freie Wahl der Religion, in diesem Fall der christlichen Religion, sei nicht selbstverständlich und es gebe viele Fälle, in denen Menschen durch Erpressung oder andere kriminelle Vorgangsweisen gezwungen würden, einen anderen Glauben anzunehmen, so Victor Elkharat. Der koptische Christ ging in diesem Zusammenhang scharf mit den Zuständen in Ägypten ins Gericht.

Verfolgung in Nordkorea

Auf die Situation in den verbliebenen kommunistischen Ländern ging Herbert Rechberger ein und nannte Nordkorea, Laos, China, Kuba und Vietnam. Während für die Kirche in China inzwischen bessere Zeiten angebrochen sind, seien vor allem in Nordkorea die Zustände katastrophal. Christen würden als Staatsfeinde angesehen und verfolgt. Obwohl Diktator Kim Jong Il angeblich Religionsfreiheit ausgerufen hat, würden beispielsweise der Besitz einer Bibel oder die Bildung eines Gebetskreises nicht toleriert. Zwischen 50.000 und 70.000 Christen seien aufgrund ihrer Religion in Nordkorea Inhaftiert, so Rechberger.

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(red/KAP)

28.05.2009

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