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- 30.07.10

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Kirchliche Jugend ruft zu Wachsamkeit auf
© Rupprecht@kathbild.atBeim Rosenkranzfest am 7. Oktober mit Kardinal Schönborn wird an die beeindruckende Jugendfeier vor 70 Jahren erinnert, die die größte Manifestation des geistigen Widerstands gegen den Nationalsozialismus war. Jugendvertreter rufen auf, auch heute gegen Extremismus, Rassismus und Manipulation entschieden aufzutreten.

Mit einem Aufruf zur Wachsamkeit und zum Widerstand gegen jede Form von Extremismus, Rassismus und Diskriminierung haben Vertreter der Katholischer Jugend (KJ), des Cartell-Verbands und des Mittelschüler-Kartellverbands zum Rosenkranzfest am Dienstag, 7. Oktober 2008, in den Wiener Stephansdom eingeladen.

Vor 70 Jahren, am 7. Oktober 1938, hatten sich 7.000 Jugendliche zum gleichen Fest im Dom versammelt. Die Feier mit dem damaligen Wiener Erzbischof, Kardinal Theodor Innitzer, war die größte Manifestation des geistigen Widerstands gegen den Nationalsozialismus im gesamten so genannten "Großdeutschen Reich".

Zum Gedenken an die damaligen Ereignisse wird Kardinal Christoph Schönborn am kommenden Dienstag um 18.00 Uhr im Wiener Stephansdom eine Heilige Messe feiern.

Mut und Einsatz zeigen

© Stephanscom.at
"In unseren Herzen müssen wir immer wachsam bleiben", so Kardinal Schönborn.

"Nur wenn man sich mit der Vergangenheit beschäftigt und sie nicht vergisst, kann man wachsam in die Zukunft gehen", so Maresi Böhm, Vorsitzende der Katholischen Jugend der Erzdiözese Wien. Auch heute gelte es wachsam zu sein gegenüber allen Formen von Extremismus, Ausbeutung und Manipulation, waren sich Böhm und der Landessenior des Wiener Stadtverbandes des Mittelschüler-Kartellverbandes, Philipp Sandpeck, einig. Auch der Wiener Jugendseelsorger Gregor Jansen will die Feier als ein "Zeichen der Wachsamkeit" verstanden wissen. Kardinal Innitzer sei 1938 vom Mut der Jugendlichen sehr beeindruckt gewesen, so Jansen. Auch heute sollten Jugendliche diesen Mut und Einsatz zeigen.

Besondere Messfeier

© Stephanscom.at
Um 18.00 wird am Dienstag im Wiener Stephansdom bei einer Rosenkranzfeier der Ereignisse vor 70 Jahren gedacht.

Mit Kardinal Schönborn werden Weihbischof Franz Scharl, Generalvikar Franz Schuster sowie Jugendseelsorger und Seelsorger der katholischen Studentenverbände beim Gottesdienst konzelebrieren. Die Messfeier wird dabei drei besondere Merkmale aufweisen: Zum einen wird Kardinal Schönborn, wie Theodor Innitzer vor 70 Jahren, von der Domkanzel aus predigen. Im Anschluss daran werden dann die Fürbitten vor der "Dienstbotenmadonna" im rechten Seitenschiff gesprochen. Die Gestaltung dieses Elements werden Jugendliche gemeinsam mit Zeitzeugen des Gottesdienstes von 1938 übernehmen. Schließlich wird als Schlusslied "Auf zum Schwure, Volk und Land" erklingen, das die Jugendlichen 1938 vor dem Erzbischöflichen Palais auf dem Stephansplatz sangen.

"Mahnung und Verpflichtung"

Kardinal Schönborn schreibt im Geleitwort zum Feierheft für den kommenden 7. Oktober, dass die Ereignisse von 1938 auch heute noch zu denken geben. Seien es doch vor allem unzählige junge Menschen gewesen, die zu Opfern wurden: "Junge Menschen, auf der einen Seite voller Idealismus und begeisterungsfähig, auf der anderen Seite aufgehetzt, voller Hass und bereit zur Vernichtung."

Die Erinnerung an die Ereignisse im Oktober 1938 solle Mahnung und Verpflichtung sein, "in unserem Herzen immer wachsam zu bleiben, um immer allen Anfängen zu wehren", so Kardinal Schönborn. Auch heute gebe es selbsternannte Führer mit ihren "scheinbar schlüssigen, einleuchtenden Ideologien", warnt der Kardinal.

(ks/KAP)

02.10.2008


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