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- 30.07.10

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"Die EU ist eine Wertegemeinschaft"
© RupprechtDavon ist Heinz Hödl von der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission überzeugt. "Während des österreichischen EU-Vorsitz muss der neue Enwicklungshilfeplan umgesetzt werden", so Hödl.

"Die Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission erwartet sich einiges von der österreichischen EU-Präsidentschaft: Es ist an der Zeit, dass Österreich stärker entwicklungshilfepolitisch initiativ wird", erklärt Heinz Hödl im Gespräch mit Radio Stephansdom.

Stufenplan für die Umsetzung der 0,7 Prozent

© Rupprecht
Heinz Hödl fordert mehr entwicklungshilfepolitisches Engagement.

Der Geschäftsführer der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission (KOO) fordert von Österreich, einen Stufenplan für die Umsetzung des Zieles 0,7 Prozent des Bruttonationalproduktes für Entwicklungshilfe aufzubringen. "Und ich würde mir wünschen, dass bei der Implementierung des Budgets der Teil der Entwicklungshilfe stärker steigt als die anderen Außenbeziehungsposten", so Hödl.

Unter dem Ratsvorsitz der Briten sei eine "Afrika-Strategie" entwickelt worden, die nun umgesetzt werden müsse. "Diese Strategie sieht zwar mehr Gelder für Afrika vor. Die Fragen der Entschuldung und die Einbeziehung der Zivilbevölkerung in dieses Programm sind aber noch nicht gelöst", berichtet Hödl.

Lateinamerika-Gipfel in Wien

© Rupprecht
Auch Bischof Ramazzini aus Guatemala wird beim Alternativ-Gipfel zu Wort kommen.

Für 10. bis 13. Mai 2006´plant die kirchliche Organisation gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen aus Lateinamerika und Europa einen Alternativ-Gipfel zum offiziellen Lateinamerika-Gipfel der EU. "Beim offiziellen Gipfel wird es hauptsächlich um Freihandelszonen gehen", erklärt Hödl: "Unsere Sorge ist, dass beim liberalen Handel die Großkonzerne gewinnen und trotz erfolgreichem Wirtschaften Arbeitsplätze abbauen. Bei uns ebenso wie in Lateinamerika." Beim Alternativgipfel gehe es vor allem um Information und Diskussion: 20 Seminare und Workshops werden angeboten. Bischöfe aus Guatemala und Brasilien, Menschenrechts-, Umwelt- und Landwirtschafts-Experten werden zu Wort kommen. "Wir hoffen, dass wir unsere Ergebnisse dann in den offiziellen Gipfel einbringen und vor den 60 Staatsmännern Gehör finden", so Heinz Hödl.

Die EU - eine Erfolgsgeschichte

Außerdem erwartet sich der KOO-Geschäftsführer von der österreichischen EU-Präsidentschaft, dass es Fortschritte in Sachen EU-Verfassung geben wird. "Ich finde aber bereits jetzt, dass die EU eine Wertegemeinschaft ist. Da hat sich viel getan in den letzten zehn Jahren. Die Friedenssicherung in Europa ist beispielhaft für viele andere Regionen dieser Welt. Denn ohne Frieden kann es keine Entwicklung geben", betont Heinz Hödl.

Diesbezüglich sei die EU sicher eine Erfolgsgeschichte und das müsse auch verstärkt unter der Bevölkerung bekannt werden. "Um die EU-Skepsis zu verringern, muss man das Positive der Union hervorkehren, Bürokratien abbauen und natürlich ehrlich sein", ist Hödl überzeugt: "Es ist leicht den schwarzen Peter nach Brüssel zu schieben. Aber nicht alles, was aufgrund der Globalisierung vermeintlich schief geht, wurde auf europäischer Ebene angeschafft." Auch die einzelnen Nationen müssen ihre Verantwortung übernehmen.

Radiotipp:

© Radio Stephansdom

Was sich Christen von der EU-Präsidentschaft Österreichs erwarten. Eine Umfrage beim EU-Beauftragten im Generalsekretariat der Österreichischen Bischofskonferenz, Diakon Franz Eckert, beim Direktor der Katholischen Sozialakademie, Markus Schlagnitweit, beim Geschäftsführer der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission, Heinz Hödl, und dem evangelischen Bischof Herwig Sturm gibt Antwort. Eine Sendung von Martin Paul und Manuela Müller. Auf 107,3 um 19.00 Uhr am Mittwoch, 11. Jänner 2005.

(red)

09.01.2006


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