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- 10.03.10

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Halloween und Allerheiligen - zwangsläufig ein Gegensatz?
© Stephanscom.atEnde Oktober beginnt jährlich ein Kulturkampf ums Brauchtum. Das stille Allerheiligen am Friedhof gegen das laute Halloween-Getöse. Da das stille Gedenken, Auseinandersetzen mit dem Tod, dort ein faschingsartiges Verdrängen des Todes - ein Widerspruch?

Innehalten, Gedenken der Verstorbenen, Friedhofsbesuch - lautes Party-Feiern in dunklen Verkleidungen, furchterregend ausgehöhlte und leuchtende Kürbisse. Zwei Gegensätze, die nicht miteinander verbunden werden können? Nein, denn wenn man einen Blick in die Geschichte der beiden Feste Allerheiligen und Halloween wirft, finden sich gemeinsame Wurzeln. 

Allerheiligen

© Rupprecht
Die Christen wollten speziell der Märtyrer gedenken.

Anfangs gab es noch nicht die Unterscheidung zwischen einfachen Christen und Heiligen. Alle Getauften waren in Christus geheiligt, wie der Apostel Paulus im Ersten Korintherbrief schrieb. Selbst Spannungen in der Gemeinde konnten daran nichts ändern.
Die Christen verehrten ihre Verstorbenen von Anfang an, besonders die Märtyrer, die während der Christenverfolgungen wegen ihres Glaubens ermordet worden waren. Man wollte in ihrer Nähe begraben sein, man baute über ihren Gräbern Kirchen. Ihrer wollte man gedenken. In den östlichen Kirchen gab es dafür seit Anfang des 4. Jahrhunderts einen "Herrentag aller Heiligen". Die meisten orthodoxen Kirchen feiern den Allerheiligentag heute noch wie damals am ersten Sonntag nach Pfingsten, dem Geburtsfest der Kirche.

Halloween

©
Das Feuer soll Schutz vor der Nacht, der Kälte und den Geistern bringen.

Der Ursprung von Halloween liegt bei den Kelten. In Irland wurde am 31. Oktober der Jahreswechsel gefeiert, am 1. November begann das neue Jahr.  In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November - dem Samhain-Fest - wanderten nach keltischen Vorstellungen die Geister derjenigen, die während des Jahres gestorben waren, ins Totenreich.  Von daher stammt auch der Name: der Abend der Heiligen, Halloween, ist "all hallows eve". Um die Toten zu verpflegen und gleichzeitig davon abzuhalten, die Lebenden heimzusuchen, stellte man ihnen Speisen vor die Tür.
Die Druiden entzündeten gewaltige Feuer, die helfen sollten, einerseits die guten Seelen ins Totenreich zu geleiten und andererseits böse Geister zu vertreiben, die in dieser Nacht die Sterbenden des folgenden Jahres auswählen würden. Halloween war die Nacht, in der alle Wesen - Geister, Feen und Dämonen - unterwegs waren.

Verschmelzung der Feste

© Rupprecht
Totengedenken und Kerzen verbinden Allerheiligen und Halloween.

Papst Gregor IV. trachtete nach einer Christianisierung des heidnischen Festes. Aufgrund des Grundgedankens der Totenverehrung bot sich eine Verschmelzung mit Allerheiligen an. Gregor IV. verlegte das christliche Allerheiligen-Fest um 835  auf den 1. November. Die keltischen Bräuche blieben erhalten.
Irische Auswanderer nahmen ihre Version des Allerheiligen-Festes mit in die USA, wo es eine Umdeutung erfuhr. Entsäkularisiert, blieb vom Totengedenken nichts übrig. Es ist ein Kinder-Verkleidungs-Fest geworden und ein Anlass für ausgelassene Partys.
Die Wirtschaft lebte gut davon und entdeckte in den 1990er Jahren den europäischen Markt. Seither fließt auch viel österreichisches Geld in diverse Halloween-Feste, Utensilien und Verkleidungen.

Überwindbare Gegensätze

Halloween und Allerheiligen haben also mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Die beiden Feste müssten nicht als Konkurrenten betrachtet werden, sie könnten durchaus komplementär verstanden werden.

(red)

31.10.2005


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