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- 02.09.10

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Lanzenkirchen - ein junges und kleines Dekanat im Süden
© Stephanscom.atDas Dekanat Lanzenkirchen erstreckt sich von der Ebene des Steinfeldes im Westen bis zu den Hügeln des Rosaliengebirges und der Buckligen Welt im Osten. Die Einrichtung von seelsorglichen Kooperationen über die Pfarrgrenzen hinaus bezeichnet Dechant Gottfried Klima als wichtige Zukunftsaufgabe.

Das Dekanat Lanzenkirchen beinhaltet mit Lanzenkirchen (errichtet um 1050) eine der ältesten Pfarren und mit Erlach (seit 1991) die zweitjüngste im Vikariat Unter dem Wienerwald. Im Jahre 2000 wurde das Dekanat zunächst "ad experimentum" installiert, seit Beginn des Jahres 2004 gilt es als fixe Einrichtung.

Junges Dekanat im Südvikariat

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Im Dekanat Lanzenkirchen prägen Ebene und Hügel die Landschaft.

Das Dekanat Lanzenkirchen wurde aus dem ursprünglichen Dekanat Wiener Neustadt-Land herausgelöst. Dieses bestand aus drei Teilen: Ein Teil im Nordwesten, ein anderer Teil im Nordosten und der dritte Teil im Südosten von Wiener Neustadt. Ein Problem des alten Dekanates war immer die Aufsplitterung. Um von einem Teil zum anderen zu kommen, musste man stets das Nachbardekanat durchqueren. "Die frühere Aufteilung orientierte sich am Politischen Bezirk Wiener Neustadt Land. Mit 17 Pfarren war das ein großes Gebilde. Aber da die Pfarren in der Buckligen Welt wenig mit denen an der Hohen Wand gemeinsam haben, hat man sich zur Trennung entschieden", erklärt Dechant Gottfried Klima im Gespräch mit Stephanscom.at. Nun sei Lanzenkirchen eines der kleinsten Dekanate im Südvikariat bezogen auf die Anzahl der Pfarren.

Der Vorteil der kleineren Einheit von sieben Pfarren sei vor allem die Überschaubarkeit, so Klima. "Die Dekanatskonferenz besteht aus einer kleinen Zahl an Mitgliedern, man kommt daher leichter ins Gespräch." Nachteilig könnte sich in Zukunft die Entwicklung der Priesterzahlen für das kleine Dekanat Lanzenkirchen auswirken. "Zur Zeit sind noch alle Pfarren besetzt, in fünf bis zehn Jahren kann das anders aussehen. Was auf uns zu kommen wird, ist, dass der eine oder andere Pfarrer überlegt, in Pension zu gehen", führt Gottfried Klima weiter aus.

Ordensgemeinschaften in der Pastoral tätig

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Gottfried Klima hat 2003 das Amt des Dechanten übernommen.

Als Besonderheit im Dekanat streicht Klima die pastorale Tätigkeit der Orden hervor. "Von den sieben Pfarren werden drei von Ordensgemeinschaften betreut: Katzelsdorf von den Redemptoristen, Walpersbach von den Augustiner Chorherren des Stiftes Reichersberg und Schwarzau am Steinfeld von den Kalasantinern." Vom Pater-Schwartz-Missionszentrum in Schwarzau aus versuchen Kalasantiner und Schwestern der Jüngersuche, durch Missionseinsätze im südlichen Niederösterreich Menschen zum lebendigen Glauben zu führen.

Im Dekanat Lanzenkirchen befinden sich auch zwei katholische Privatschulen: das Klemens Maria Hofbauer Gymnasium in Katzelsdorf und das Frohsdorfer Schulzentrum Sancta Christiana in Lanzenkirchen. Ursprünglich von den Orden der Redemptoristen beziehungsweise der Schwestern von Sancta Christiana geführt, haben heute aus Mangel an Ordensleuten und aus Finanzierungsgründen Schulvereine die Leitung der Schulen übernommen. Die Redemptoristenpatres in Katzelsdorf sind aber nach wie vor für die Schulpastoral im Gymnasium verantwortlich. Neben der Schulbildung nimmt in beiden Bildungsanstalten die Vermittlung christlicher Werte und die Persönlichkeitsentwicklung einen hohen Stellenwert ein.

Seelsorgeräume als Zukunftsperspektive

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"Seelsorgeräume sind ein Modell der Seelsorge unter heutigen Bedingungen."

Seit September 2002 ist Gottfried Klima Pfarrer von Erlach, im Februar 2003 hat er zusätzlich das Amt des Dechanten im Dekanat Lanzenkirchen übernommen. Er sieht seine Aufgabe als Dechant darin, "dafür zu sorgen, dass hauptamtlich in der Seelsorge Tätige miteinander im Gespräch sind, es geht um ein gegenseitiges Wissen voneinander. Aufgrund der Überschaubarkeit des Dekanates Lanzenkirchen ist das relativ leicht."
Eine weitere Aufgabe kommt ab 2004 auf ihn zu, die Entwicklung von "Seelsorgeräumen". Als Antwort auf die veränderten Lebensräume der Menschen und die künftige Entwicklung der Priesterzahlen sowie kirchlichen Finanzen sollen im Vikariat Süd gemeinsam mit den Pfarren seelsorgliche Kooperationen gebildet werden. "Es soll eine Zusammenarbeit über die Pfarrgrenzen hinaus geben. Das soll auch ins Bewusstsein der Menschen getragen und gefördert werden", unterstreicht der Dechant.
"Der Prozess wird meiner Meinung wahrscheinlich fünf Jahre dauern, ist dann aber natürlich nicht abgeschlossen. Pfarre ist ja auch immer in Entwicklung. Seelsorgeräume sind im Grunde ein Modell der Seelsorge unter den heutigen Bedingungen der Zeit", so Klima. "Man muss schauen, dass die Pfarrgemeinderäte miteingebunden werden. Die Ordensgemeinschaften werden dabei insofern miteinbezogen, als sie Pfarren betreuen."

Ehrenamtliches Engagement von Laien

© Pfarre Katzelsdorf/Mitsch
"Kirche rockt!" - eine Messe in Katzelsdorf von Jugendlichen für Jugendliche und Junggebliebene.

Dechant Klima freut sich besonders über die gute Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dekanat: "In den Pfarren gibt es viele engagierte Menschen. Bei der letzten Vikariatsratswahl kamen vier Kandidaten aus dem Dekanat, mehr als gewöhnlich, die bereit sind zu kandidieren. Bei der Wahl waren auch viele Pfarrgemeinderäte anwesend. Da der neue Vikariatsrat und seine Stellvertreter motiviert sind, kann ich mir gut vorstellen, dass da einiges bewegt werden kann."
Die Einbindung der Jugend in das Pfarrleben bezeichnet der Dechant als eher schwierig, zugleich betont er aber: "In Walpersbach und Katzelsdorf wird gute Arbeit in den Jungschar-Gruppen geleistet, in Lanzenkirchen besteht eine große Ministrantengruppe - da sind auch ältere dabei. In Katzelsdorf hat es im vergangenen Herbst eine Rock-Messe gegeben, bei der viele mitgefeiert haben und die auf gutes Echo gestoßen ist".

Für die Zukunft wünscht sich Klima, dass das Miteinander im Dekanat vertieft werde. Die Basis sei bei den hauptamtlich Tätigen sehr gut, aber den ehrenamtlichen Mitarbeitern müsse erst bewusst gemacht werden, dass es über die eigene Pfarrtätigkeit hinausgehen müsse. Außerdem formuliert Dechant Klima den Wunsch, dass sich Pfarrmitarbeiter im Rahmen der Gemeindeentwicklung über das "Warum tun wir das, was wir tun?" klar werden sollten.

Dekanat Lanzenkirchen - Statistik

Pfarren: 7
Pfarrer: 6
Moderatoren: 1
Pastoralassistenten: 4
Katholiken: etwa 12.000


Pfarren des Dekanates Lanzenkirchen

(ml)

27.09.2004


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