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- 02.09.10

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100 Jahre Sta. Christiana Wiener Neustadt
© Sta. ChristianaAm 14. und 15. Mai 2004 begehen die Katholischen Privatschulen "Sta. Christiana" in Wiener Neustadt ihr großes Jubiläum.

Aus einem ursprünglichen "Mädchenpensionat" im Jahr 1904 ist im Lauf der Jahre eine moderne Privatschule geworden. Am 14. und 15. Mai feiern die Katholischen Privatschulen "Sta. Christiana" ihr 100jähriges Jubiläum.  

© Sta. Christiana
Die Privatschulen bieten auch ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm am Nachmittag.

Derzeit werden in den Schulen (Volksschule, Hauptschule und Polytechnische Schule) von Sta. Christiana Wiener Neustadt 590 Schülerinnen und Schüler im Alter von 6-15 Jahren von 44 Lehrerinnen und Lehrer und 10 Sozialpädagoginnen betreut. Der Schulverein "Sta. Christiana" will in erster Linie in den Schulen ein familiäres Lern- und Lebensklima schaffen. Die Kinder sollen ihre individuellen Begabungen und Fähigkeiten in einem christlich-human geprägten Umfeld entfalten können. "Ein Schwerpunkt der Schulbildung besteht in der Vermittlung von Werten wie Nächstenliebe, die Achtung voreinander, gegenseitige Verzeihung und Versöhnung", betont Anton Salomon, pädagogischer Leiter des Schulvereins. "Christliche Werte sollen in der Schulgemeinschaft gelebt und erlebbar gemacht werden."

Die Feierlichkeiten starten am 14. Mai um 10.00 Uhr mit einem Festakt für die Ehrengäste. Anschließend werden die Ausstellungen im Schulhaus eröffnet. Am Nachmittag beginnt um 15.00 Uhr das Fest der Volksschule mit einer Bühnenaufführung und Feier im Schulhof, das Hauptschulfest folgt am nächsten Tag um 13.30 Uhr. Martina Leipelt, Leiterin der Volksschule, über das Programm: "Der Elternverein bereitet den kulinarischen Teil vor. Es gibt einen Jahrhundertpfad, einen Erinnerungsraum, eine Bildergalerie, eine Vernissage, Projektpräsentationen, eine Ausstellung des Tagesinternates, einen Sagenpfad, einen Schulorientierungslauf und vieles mehr. Neben einer Festschrift entstand zum Jubiläum ein Geburtstagskalender, ein Bilderbuch und ein Sagenbuch."
"Viele Sponsoren haben uns helfend unter die Arme gegriffen. Das österreichische Bundesheer hat uns Zelte zur Verfügung gestellt. Alles in allem wird es sicherlich ein sehr schönes Fest", so Leipelt weiter. Als Abschluss des Jubiläumsjahres wird am 1. Juli im Dom zu Wiener Neustadt ein Festgottesdienst mit Bischofsvikar Amadeus Hörschläger gefeiert.

Vom "Mädchenpensionat" zur modernen Privatschule

© Sta. Christiana
Die ehemalige Löffelfabrik wurde für die Mädchenschule adaptiert.

Von 1904 bis 1938 beherbergte das schlossartige Gebäude in der Wiener Neustädter Vorstadt die "Mädchen-Unterrichtsanstalt Sta. Christiana" unter der Leitung der Schwestern des Ordens "Töchter der Kindheit Jesu und Mariä" . Im Jahre 1903 gründete der Schulorden, dessen Mutterhaus sich in Metz/Frankreich befindet, und der 1854 von Marie Therese Gräfin Chambord mit der Führung eines Mädchenpensionates in Frohsdorf betraut worden war, auch in Wiener Neustadt eine Niederlassung. Für die neue Schule hinter der Vorstadtkirche St. Leopold wurde das Gebäude einer ehemaligen Löffelfabrik adaptiert. Die Einweihung des Schulgebäudes nahm Propst Karl Schnabl am 1. Oktober 1904 vor.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1938 wurden die Schwestern enteignet und der Schule verwiesen. Der Schulbetrieb ging in die Verantwortung der Stadtgemeinde Wiener Neustadt über. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude abwechselnd als Obdachlosenasyl, Quartier für die sowjetische Besatzungsmacht und Lazarett genutzt.

Erst mit der Rückkehr der Ordenschwestern 1946 begann wieder der Schul- und Internatsbetrieb mit einer Volksschule und Hauptschule für Mädchen. 1968 wurde der Zubau mit einem Turn- und Speisesaal, einer Schulküche, einem Medienraum und Handarbeits- und Internatsräumen fertig gestellt. Im selben Jahr wurde auch der Polytechnische Lehrgang eingeführt. Seit dem Jahr 1975 werden auch Buben in die Schule aufgenommen. Aufgrund der Nachwuchsprobleme des Ordens gründete man 1987 einen Schulverein, der seitdem die Aufgaben als Schulerhalter übernimmt. Der Schulverein führt die Schulen im Geiste von Sta. Christiana weiter. In den letzten Jahren wurden einige räumliche Erweiterungen wie die Schulbibliothek im Dachboden des Altbaus sowie zwei Gartenklassen für die Volksschule im hinteren Gartenbereich vorgenommen. Im Jubiläumsjahr 2004 wird der ehemalige Schwesterntrakt zu einer modernen Schulküche ausgebaut.

Alles begann in Argancy

© Sta. Christiana
Heilige Christiana ist die Schutzpatronin der Ordensgemeinschaft.

Im Jahr 1791 gründeten Alexis und Anne-Victoire de Méjanès eine Gemeinschaft in Argancy, Lothringen. Im Mittelpunkt ihres Lebens stand das Kind Jesus, das menschgewordene Wort Gottes. Der neue Bischof von Metz, Monseigneur Joseph Jauffret, war von der Gemeinschaft von Argancy tief beeindruckt. Er schlug den Frauen vor, ihr Leben Gott zu weihen. Am 20. April 1807 gab er der kleinen Gruppe den Status einer Ordensgemeinschaft, eine Schutzpatronin, die Heilige Christiana und eine doppelte Mission: Erziehung und Krankenpflege. Die neue Gemeinschaft apostolischen Lebens mit dem Namen "Schwestern der Kindheit Jesu und Mariens unter dem Schutz der Heiligen Christiana", kurz "Sta. Christiana" genannt, gehört zur Gruppe der ignatianischen Ordensgemeinschaften. Die Ordensschwestern geben ihre eigene Gottes- und Glaubenserfahrungen an Kinder durch Erziehung und Unterricht und an Randgruppen der Gesellschaft weiter und begleiten Menschen, die auf der Suche nach Glauben, Befreiung und Heilung sind.

Nach Österreich kamen die Schwestern von Metz auf Einladung von Heinrich Graf von Chambord. Sie sollten den Unterricht für die Kinder der französischen Kolonie im Schloss Frohsdorf und später für die Mädchen des Dorfes übernehmen. 1854 übernahmen die Ordensschwestern den Betrieb der neu erbauten Schule in Frohsdorf. Im Jahre 1898 erwarb der Orden das Schloss und den Park in Wien-Rodaun und richtete auch dort eine Schule ein. 1904 eröffneten die Schwestern von Sta. Christiana in Wiener Neustadt eine Internatsschule für Mädchen.

(ml)

11.05.2004


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