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- 02.09.10

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Für umfassende Kinder- und Familienfreundlichkeit
© Rupprecht@kathbild.atRund 600 Menschen nahmen an der Kundgebung des Österreichischen Familiennetzwerks vor dem österreichischen Parlament teil, darunter auch Kardinal Schönborn und "Familienbischof" Küng. Es wurde ein Umdenken, weg von der bisheriger strukturellen Rücksichtslosigkeit gegenüber Familien gefordert.

Für ein Umdenken in Richtung einer "umfassenden Kinder- und Familienfreundlichkeit" haben sich am Samstag, 6. September 2008, die Teilnehmer einer Kundgebung unter dem Motto "Familie schenkt Zukunft" vor dem Parlament in Wien ausgesprochen. An der Veranstaltung  Österreichischen Familiennetzwerks nahmen laut dessen Koordinator Günter Danhel rund 600 Personen, darunter auch Kardinal Christoph Schönborn, "Familienbischof" Klaus Küng und die Weihbischöfe Franz Scharl und Andreas Laun teil.

Familien unterstützen

© Rupprecht@kathbild.at
Günter Danhel und Weihbischof Scharl luden nach der Kundgebnung noch zu einer Kindersegnung.

Dass trotz des strahlend heißen Sommerwetters so viele auf die Straße gegangen waren, um die Forderungen des Netzwerkes unterstützen, ist nach den Worten Danhels - er ist auch Direktor des kirchlichen "Instituts für Ehe und Familie" (IEF) - ein Zeichen großen Unbehagens mit der bisherigen Familienpolitik in Österreich. Anstelle der bisherigen "strukturellen Rücksichtslosigkeit gegenüber Familien" und der unzureichenden Berücksichtigung deren Anliegen müsse es zu einer viel wirksameren materiellen und ideellen Unterstützung der Familien kommen.

Familie ist ein Zukunftsthema

Kardinal Schönborn äußerte in seinem Statement Unverständnis darüber, dass es den politischen Parteien bei einem "vitalen Zukunftsthema wie Familie" oft so schwer falle, zu einem Konsens zu kommen. Wer für das Wohl der Familien eintrete, trete für die Zukunft Österreichs ein, betonte der Wiener Erzbischof. Die Forderungen des Netzwerkes seien "weder ungebührlich noch anmaßend", sondern "das Naheliegendste, wenn man an die Zukunft denkt". Der Wiener Erzbischof dankte ausdrücklich jenen Eltern, die ja auch zu vielen Kindern sagten und dadurch oft viele Opfer brächten und sich vieles nicht leisten könnten.

Viele Maßnahmen eher "gut gemeint als gut"

© Bilderbox.com
Bei der Versammlung wurde ein familienfreundliches Österreich gefordert.

Im Vorfeld der kommenden Nationalratswahlen, kritisiert Günter Danhel, manche von den Politikern geforderte familienpolitische Maßnahmen, als eher "gut gemeint als gut". Er forderte Wahlfreiheit für Eltern, ihr Kind auch selbst zu betreuen; ein Kindergartenpflichtjahr vor dem Schuleintritt stelle letztlich eine "Zwangsmaßnahme für die gesamte Altersgruppe" dar. Die aktuell diskutierten Verbesserungsvorschläge für die Kinderbetreuung auf eine "noch frühere Rückkehr der Mutter in den Erwerb" seien letztlich eine "Diskriminierung der Eigenbetreuung", so Danhel.

Das Netzwerk fordert weiters eine laufende Valorisierung der Familientransferzahlungen und eine Steuerreform, die die Situation der Familien spürbar verbessert. Es sei von existenzieller Bedeutung, wie viele Familienmitglieder von einem Einkommen leben müssen, so Danhel. Auch müssten Erwerbs- und Familienarbeit "ebenbürtig werden", immerhin betrage laut dem deutschen Familienbericht der Wert der Familienarbeit 51 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Die Teilnehmer waren nach der Kundgebung zu einer Andacht und Kindersegnung durch Wehbischof Franz Scharl in die Wiener Schottenkirche geladen.

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(ks/KAP)

08.09.2008


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