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- 02.09.10

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Quelle des christlichen Lebens
© Rupprecht@kathbild.atDie Dominikaner in Wien wollen mit den Fastenpredigten zum Thema "Das Geheimnis der Eucharistie" das Glaubensverständnis der Menschen erweitern. "Eucharistie ist die Nahrung für das christliche Leben", betont Dominikanerfrater Thomas Brogl.

Die Wiener Dominikaner lassen mit den Fastenpredigten in der Kirche Santa Maria Rotunda wieder eine alte Tradition der katholischen Kirche und ihres eigenen Ordens lebendig werden. "Die österliche Bußzeit war immer eine intensive geistliche Zeit, die im Orden auch als Chance genutzt wurde, um den Menschen wieder ein wesentliches und verbindliches Wort zu sagen und sie ein Stück auch im eigenen Glaubensverständnis weiterzubringen", erklärt Dominikanerpater Clemens Wehrle im Gespräch mit Radio Stephansdom.

Ab 1. März 2007 werden abwechselnd fünf Brüder des Dominikanerkonvents jeden Donnerstagabend im März das Thema "Eucharistie" von verschiedenen Seiten beleuchten. Sie wollen damit jene Menschen ansprechen, die sich tiefer mit diesem Thema auseinandersetzen wollen.

Für den Verstand unfassbar

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"Wir müssen tiefer in das Geheimnis der Eucharistie hineinwachsen", so Frater Thomas.

Frater Thomas Gabriel Brogl betont, dass die Eucharistie ein Geheimnis sei, wie es schon Thomas von Aquin im berühmten Hymnus zur Eucharistie gesagt hat: "Der Verstand verstummt beklommen". "Im Endeffekt kann man die Eucharistie mit dem Denken nicht ausschöpfen, sondern allein die Liebe sieht die Eucharistie so, wie sie ist. Deswegen ist es immer ein Geheimnis, das wir nicht einfach erfassen können, sondern in das wir hineinwachsen müssen und in dem unser Leben an Tiefe gewinnen muss", erklärt der Dominikanerfrater.

"Nahrung für das christliche Leben"

In den Dokumenten des 2. Vatikanischen Konzils heißt es, die Eucharistie ist Höhepunkt und Quelle des Lebens der ganzen Kirche. "Sie ist eigentlich die Nahrung für das christliche Leben schlechthin", sagt Frater Thomas Brogl. "Auch die geistlichen Meister des Mittelalters betonten sehr stark, dass die Eucharistie die Nahrung für den Weg des Christen ist, damit er nicht ermüdet und einfach gestärkt wieder vorangehen kann." Deswegen habe die Eucharistie einen sehr starken Bezug zum alltäglichen Leben, so Frater Thomas. "Ich bringe mein Leben mit in die Eucharistie ein, und aus der Eucharistiefeier werde ich wieder gestärkt und verwandelt hinausgesandt."

"Der eigentliche Schlüssel liegt darin, dass wir die Eucharistie in diesem bewussten Hinblick auf Christus feiern. Der Blick auf ihn und der Blick von ihm auf uns ist das Entscheidende", ergänzt Pater Clemens.

Verschiedene Zugänge zur Eucharistie

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Pater Clemens: "Im Buch Exodus finden wir schon die Grundeinteilung der Eucharistie".

In der ersten Fastenpredigt am 1. März wird Pater Clemens Wehrle auf das alttestamentliche Vorbild der Eucharistiefeier im Buch Exodus, Kapitel 24 eingehen und wird die heute schwer verständliche Blutsymbolik des Alten Testaments erklären. "Ich werde versuchen, vom Ersten Testament her das Blutwort im Neuen Bund 'Das ist mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden' verstehbar zu machen. Ich möchte zeigen, dass es hier um eine 'Bluttransfusion Gottes' für die Menschheit geht, dass Gott uns zu Hilfe kommen möchte und wir eigentlich von diesem Blutopfer, von diesem Lebensopfer Gottes leben", unterstreicht Pater Clemens.

"Die Mystiker verbinden mit Eucharistie immer das Ziel der Mystik, die Einigung mit Gott, die Einheit mit Gott", erklärt Frater Thomas Brogl. Er möchte am zweiten Donnerstag im März ausgehend von den Worten der Mystiker Meister Eckhart und Johannes Tauler "aufschlüsseln, wie die Messfeier ein Weg in diese Einheit mit Gott sein kann. Die Mystiker vergleichen das mit dem Feuer Gottes, das das Holz unseres Lebens entzünden und uns selbst zu diesem Feuer verwandeln möchte", erläutert Frater Thomas den Grundgedanken seiner Predigt.

Die erste Fastenpredigt "Eucharistie und Leben - (blutig) ernste Angelegenheit. Zum alttestamentlichen Vorbild der Eucharistiefeier" wird in der Dominikanerkirche Santa Maria Rotunda am Donnerstag, 1. März 2007, um 19.00 Uhr gehalten. Die weiteren Termine finden Sie auf der Homepage des Wiener Dominikanerkonvents.

Weitere Artikel:

"Das Gebet wieder entdecken"

Die Fastenzeit auf Stephanscom.at

(ml)

28.02.2007


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