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- 02.09.10

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Solidarität mit den Ärmsten
© Arbeitskreis WeltkircheDer Arbeitskreis "Weltkirche, Gerechtigkeit und Frieden" des Vikariats Unter dem Wienerwald unterstützt seit einigen Jahren Projekte in der Diözese Njombe im Südwesten von Tansania. Der Kampf gegen die Armut sei ein Hauptanliegen der Kirche, erklärt Father Jordan Mwajombe, Pfarrer von Lugarawa.

Tansania gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. "80 Prozent der tansanianischen Bevölkerung sind Bauern. Ihre bäuerliche Arbeit hängt ausschließlich von Werkzeugen, die sie nur mit den Händen bedienen, ab. Es gibt keine Maschinen", erklärt Father Eventius Mdendemi aus der Diözese Njombe bei seinem Besuch in Wiener Neustadt anlässlich der Ausstellung "Schach der Not" des Arbeitskreises "Weltkirche, Gerechtigkeit und Frieden".

"58 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zu reinem Wasser. Die Menschen müssen ihr Trinkwasser aus Flüssen und Brunnen beziehen. 28 von 100 Tansanier können weder lesen noch schreiben", zählt der tansanianische Priester im Gespräch mit Radio Stephansdom am Mittwoch, 17. Jänner 2007, weitere Fakten auf, an denen man die Armut messen kann.

Verbesserung der medizinischen Versorgung

© Stephanscom.at
Schwester Candida: "Malaria und Aids sind die häufigsten Krankheiten".

In der Pfarre Lugarawa der Diözese Njombe existiert ein diözesanes Spital mit 160 Betten, das von Schwestern des Benediktinerordens geführt wird. Mitglieder des Arbeitskreises Weltkirche des Vikariates Süd halfen bei einer ihrer Solidaritätsreisen in den letzten Jahren beim Aufbau eines neuen Spitallabors mit.

"Zuerst war das Krankenkrankenhaus nur ganz klein, aber aufgrund der Hilfe aus Wiener Neustadt ist es jetzt ein weitaus größeres Krankenhaus. Das neue Labor ist ganz wichtig. Ursprünglich war es gar nicht möglich, Laboruntersuchungen durchzuführen", berichtet die Laborleiterin, Sister Candida Mtega, gegenüber Radio Stephansdom. Diagnose, Therapie und Heilung werden dadurch wesentlich beschleunigt und somit kann vielen kranken Menschen geholfen werden.

"Die häufigsten und gefährlichsten Krankheiten sind Malaria und Aids. Aids führt im Laufe der Erkrankung zu Lungenentzündung, daran sterben dann die Kranken. Kinder unter fünf Jahren sind am stärksten von tödlichen Malaria-Infektionen betroffen. Die Erwachsenen sterben meist an Aids", so die Leiterin des Spitallabors. Wie viel Prozent der Bevölkerung an Aids leiden würden, kann Schwester Candida nicht sagen, weil nur ein verhältnismäßig geringer Prozentsatz der Erkrankten ins Spital komme, die meisten würden sich verstecken.

"Armut ist die Quelle aller Schwierigkeiten"

© Stephanscom.at
Father Jordan: "Wir wollen die Menschen zur Selbsthilfe erziehen".

Der Kampf gegen die Armut sei ein Hauptanliegen der Kirche, erklärt Father Jordan Mwajombe, der die 1928 gegründete Pfarre Lugarawa mit 13.000 Pfarrangehörigen leitet: "Denn die Armut ist die Quelle aller Schwierigkeiten, die die Menschen haben. Das größte Ziel und die einzige wirkliche Hilfe ist, die Leute zur Selbsthilfe zu erziehen. Es gibt in der Diözese Njombe eine Gruppe von Leuten, die wissen, wie man eine Berufsaubildung durchführen und wie man den Leuten helfen kann, einen Job als Lebensgrundlage zu erwerben. Diese ziehen durch die ganze Diözese und versuchen zu helfen."

Ein großes Problem sei der Mangel an Bildung. "Für Bildung muss man in Tansania zahlen. Eltern, die arm sind, können sich die Schule für ihre Kinder oft nicht leisten, vor allem im ländlichen Gebiet", so Father Jordan:  "Und selbst wenn Kinder anfangen, in die Schule zu gehen, dann meist nur unregelmäßig, weil eben zu wenig finanzielle Mittel vorhanden sind."

Tansanier, die eine Grundschulbildung, Hauptschulbildung oder auch weitere Bildung erhalten haben, müssen eigenständig bezahlte Posten finden. Es gibt keine Infrastruktur, die bei einer Jobsuche behilflich ist. "Die Kirche veranstaltet Seminare, bei denen vor allem die jungen Leute erfahren, wie wichtig es ist zu arbeiten, um sich sein Geld für seinen Lebensunterhalt zu verdienen", erzählt der Pfarrer von Lugarawa: "Außerdem gibt es Seminare, die professionell Aufklärung über Aids anbieten."

Bau von kirchlichen Schulen

© Arbeitskreis Weltkirche
Die Errichtung einer Berufsschule ermöglicht jungen Menschen eine qualifizierte Ausbildung.

"Die Kirche selbst baut jetzt Schulen sämtlicher Bildungsgrade, um die jungen Leute in die Schule zu bringen. Die Ausbildung in den kirchlichen Schulen ist nicht ganz umsonst, man kann aber auf verschiedene Weisen zahlen, auch in Naturalien", erläutert Father Eventius Mdendemi.

Ein weiteres großes Problem in Tansania ist die große Zahl an Waisenkindern, die, wenn die Eltern an Aids sterben, alleine zurückbleiben. "Das Problem der Waisenkinder versuchen wir zu lösen, in dem wir in den Dörfern die christliche Nächstenliebe lehren. Viele Familien haben so bereits verstehen gelernt, dass man Waisenkindern helfen muss. Sie geben ihnen etwas zu essen, etwas anzuziehen, manche nehmen die Waisenkinder sogar in ihren Familien auf", erzählt der tansanianische Priester. Ein Teil des Geldes aus Österreich könne für den Bau eines Waisenhauses verwendet werden, für jene Waisen, die keine Verwandten haben und die sonst keine Hilfe erhalten.

Weitere Artikel:

"Schach der Not"

Ein neues Zuhause schaffen 

(ml)

17.01.2007


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