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- 10.09.10

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Mehr als Brot allein
© ArmutskonferenzDie Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" von Armutskonferenz und Wiener Schauspielhaus öffnet Theater und Museen auch für jene Menschen, die sich die Eintrittkarten selbst nicht leisten können. Gerade um Weihnachten fällt es Menschen, die in Armut leben, besonders schwer die soziale Isolation zu ertragen.

Die von Armutskonferenz und Wiener Schauspielhaus initiierte Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" ermöglicht Menschen, die in Armut leben, die Teilhabe am kulturellen Leben. Mehr als 10.000 Mindestpensionisten, Arbeitslosen, Sozialhilfebeziehern und Flüchtlingen öffnet der Kulturpass den Zugang zu Theater, Musik, Tanz, Film und Ausstellungen. "Es gibt keinen Grund, warum Menschen das kulturelle Angebot vorenthalten werden sollte, nur weil ihnen die finanziellen Mittel dazu fehlen", betont Martin Schenk, der Sprecher der Armutskonferenz. "Kunst und Kultur gehören zu den Überlebensmitteln", begründet Airan Berg, Direktor des Wiener Schauspielhauses, die Initiative: "Der Kulturpass ist ein Angebot, das Grundbedürfnis nach 'mehr als Brot allein' zu erfüllen."

Über 100 Kultureinrichtungen machen mit

© Rupprecht@kathbild.at
Auch Menschen, die in Armut leben, sollen das kulturelle Angebot nutzen dürfen, sagt Schenk.

In mittlerweile über 100 Kultureinrichtungen in Wien, Salzburg und der Steiermark ist der Kulturpass Eintrittskarte: Vom Volksthater bis zum Porgy&Bess, von der Volksoper bis zum cinemagic Kinderkino, von Karajan-Zentrum bis zur Kunsthalle und dem Tanzquartier, vom Salzburger Kunstverein bis zum Rockhouse, vom Sternenkino bis zu den Tanzimpulsen, von der Styriarte bis zur Diagonale, von der Grazer Oper bis zum Landesmuseum Joanneum. "Um Weihnachten ist es für Menschen, die in Armut leben, besonders schwer das Allein-Sein zu ertragen. Einige der Kultureinrichtungen haben auch am 24. Dezember geöffnet", weiß Martin Schenk: "Zum Beispiel Dschungel Wien, das MAK, Porgy und Bess."

460.000 arme Menschen in Österreich

"Immer mehr Menschen rutschen in die Sozialhilfe oder müssen in Jobs arbeiten, von denen sie nicht leben können. In Österreich sind es 460.000 Menschen, die an den Rändern mitten unter uns leben", so der Diakonie-Sozialexperte weiter: "Deshalb ist 'Hunger auf Kunst und Kultur' auch so etwas wie 'Hilfe unter Protest'. Denn in einem der reichsten Länder der Welt ist die Vermeidung von Armut alleine eine Frage der politischen Prioritäten."

Finanziert wird die Aktion durch Spenden von Besuchern, Institutionen oder Firmen. Mit dem gesammelten Geld werden Eintrittskarten finanziert, die gegen Vorlage des Kulturpasses unentgeltlich eingelöst werden können. Die Vergabe des Kulturpasses wird über das Netzwerk der Armutskonferenz organisiert und sichergestellt.

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(red)

21.12.2006


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