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- 02.09.10

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250 Jahre St. Thekla auf der Wieden
© Stephanscom.atMit einem großen Pfarrfest begeht die Pfarre St. Thekla das Weihejubiläum der Piaristenkirche. "Wir sind eine lebendige Pfarrgemeinde", betont Pfarrer Pater Pius Platz. Im Wiedener Bezirksmuseum wird die wechselvolle Geschichte von Kirche, Kloster und Schule in einer Ausstellung dargestellt.

Am 26. September 1756 wurde die Piaristenkirche St. Thekla auf der Wieden vom Wiener Weihbischof Franz Anton Marxer geweiht. Fast auf dem Tag genau feiert die Pfarre St. Thekla am Sonntag, 24. September 2006, mit einem großen Fest das 250-jährige Kirchweihjubiläum. Am Samstag davor wird um 16.00 Uhr im Bezirksmuseum Wieden die Ausstellung "250 Jahre Kirche St. Thekla. Die Piaristen auf der Wieden" eröffnet. Sie beleuchtet die 250-jährige pädagogische und pastorale Tätigkeit des Schulordens der Piaristen auf der Wieden.

Pädagogische und pastorale Tätigkeit

Der Piaristenorden wurde 1597 vom heiligen Josef Calasanz gegründet, um römische Straßenkinder unentgeltlich zu unterrichten. Seit 1657 ist dieser Schulorden auch in Österreich ansässig. Im Jahr 1752 kaufte die österreichische Piaristenordensprovinz "außer dem Klagbaum an der Widen" ein Haus mit Garten, um auf diesem Areal nach Abbruch des bestehenden Hauses eine Kirche und ein Kloster der Piaristen mit angeschlossener Schule zu errichten.

© Pfarre Thekla
Die Schüler der Volksschule feiern in der Kirche St. Thekla die Schulmessen.

"Die Geschichte der Kirche ist stark verbunden mit dem Kollegium St. Thekla, das heißt auch mit der Schule, heute eine Volksschule für Buben und Mädchen. Früher war St. Thekla einmal der Ort, wo unsere Novizen und Kleriker für die österreichische Piaristenordensprovinz ausgebildet wurden", erzählt der Pfarrer von St. Thekla, Pater Pius Platz SP, im Gespräch mit Radio Stephansdom. Kirche, Kollegium und Schule St. Thekla erfuhren in den letzten 250 Jahren eine wechselvolle Geschichte.

Seit 1939 eigenständige Pfarre

© Stephanscom.at
"Die Piaristen sind in der Pfarrseelsorge und Schulpastoral tätig", so Pater Pius Platz.

Um der Auflösung des Piaristenkollegiums durch die Nationalsozialisten zuvorzukommen, wurde St. Thekla durch ein Dekret von Kardinal Theodor Innitzer aus dem Jahr 1938 mit 1. Jänner 1939 zur Pfarre erhoben. "Auch um zu vermeiden, dass manche Mitbrüder den Kriegsdienst leisten mussten. Die Schule selbst stand auch einige Jahre leer", so Pater Pius. Die Ordensmänner konnten in dieser Zeit nicht mehr unterrichten und die Kinder seelsorglich begleiten. "Aber nach dem Krieg wurde die Schule wieder eröffnet. Bis heute ist sie gut besucht und voller Leben", betont der Piaristenpater.

Die Piaristen seien seit dem in der Pfarrseelsorge und  in der Schule aktiv. "Ich habe auch 22 Jahre unterrichtet, daneben war ich Kaplan und 'Mädchen für alles'", erzählt schmunzelnd Pater Pius Platz, der seit 1987 Pfarrer von St. Thekla ist. Ein bisschen schwierig sei die gegenwärtige Situation, die vielfältige Arbeit müssten sich nun die im Kollegium verbliebenen zwei Patres teilen, spricht der Ordenspriester das Problem des Ordensnachwuchses an.

Lebendige Gemeinde

"Das Pfarrleben ist sehr bewegt und lebendig. Wir sind von den kleinen Pfarren eine der größeren mit 3.500 Gläubigen, die im Pfarrgebiet wohnen", erklärt der Pfarrer von St. Thekla. "Aber zur Heiligen Messe kommen viele Leute, die nicht im Pfarrbereich wohnen. Wir haben am Wochenende fünf Gottesdienste, die im Allgemeinen sehr gut besucht sind." Die Aktivitäten in der Pfarre reichen von der Kinderseelsorge, über Jungschar, Jugend bis zum Seniorenclub. Am Sonntag gibt es immer Pfarrcafé und Begegnungen nach der Heiligen Messe. Während des Jahres gibt es Veranstaltungen wie den Bibelwandertag, einen Familienwandertag mit biblischen Inhalten. Große Ereignisse im Pfarrleben sind die Firmungen und Erstkommunionen jedes Jahr.

Jubiläums-Pfarrfest und Ausstellung

© Pfarre St. Thekla
Alte Ansichten der Kirche sind in der Ausstellung zu sehen.

Programm am Sonntag, 24. September 2006:
9.30 Uhr Familienmesse und Kinderwortgottesdienst in der Kapelle, danach Agape im Calasanzsaal und EZA-Markt am Kirchenplatz
11.00 Uhr Hochamt: Der Kirchenchor von St. Thekla singt die "Missa in tempore adventus et guadragesimae" von Michael Haydn.
14.00-18.00 Uhr Nachmittagsprogramm (Kirchenführung, Präsentation "Die heilige Thekla - eine faszinierende Gestalt des frühen Christentums", Quiz, Sagenwanderung in der Umgebung der Pfarre, "Kaffeehaus", Videopräsentationen, Kinderprogramm)

Sowohl vormittags als auch nachmittags kann die Jubiläumsausstellung "250 Jahre Kirche St. Thekla" im Bezirksmuseum Wieden in der Klagbaumgasse 4 besichtigt werden. Die Ausstellung kann nach der Eröffnung noch bis 26. November 2006 besucht werden, dienstags und sonntags von 10.00 bis 12.00 Uhr, donnerstags von 16.00 bis 19.00 Uhr (nur bis 26. Oktober). Zusätzliche Führungen auch für Gruppen sind auf Anfrage in der Pfarrkanzlei St. Thekla unter der Telefonnummer 01/5872394 möglich.

(ml)

21.09.2006


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