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- 02.09.10

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Die Namen nicht vergessen
© Stephanscom.at14 Gedenksteine für Opfer des Nationalsozialismus wurden in Mödling im Rahmen der Aktion "Stolpersteine" jeweils am Gehsteig vor deren letzten Wohnort verlegt. Ein Gedenkstein erinnert an die 1943 hingerichtete und 1998 selig gesprochene Ordensfrau Maria Restituta Kafka.

Im Jahr 2003 hat die Stadt Mödling ihre 1.100 Jahre zurückliegende erstmalige urkundliche Erwähnung gefeiert. Auf Initiative des damaligen Stadtrates Bernhard Knipel entschloss sich die Stadtverwaltung, die ehemaligen jüdischen Mitbürger, die über die ganze Welt verstreut leben, in ihre einstige Heimatstadt einzuladen. Im Zuge dieser "Reunion" reifte auch die Idee, Opfern des Nationalsozialismus, die vertrieben, verfolgt und getötet wurden, ein sichtbares Zeichen der Erinnerung zu setzen. In Zusammenarbeit mit zwei Klassen des Bundesrealgymnasiums Mödling Untere Bachgasse wurden Recherchen zu den Lebensläufen der Opfer durchgeführt.

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Der Bildhauer Gunter Demning setzt die ersten Gedenksteine in Mödling.

Mit der Aktion "Stolpersteine", die von dem deutschen Bildhauer Gunter Demnig ins Leben gerufen worden ist, wurde dieser Gedanke nun am Montag, 14. August 2006, in die Tat umgesetzt. Seit der ersten derartigen Aktion 1997 in Berlin hat Gunter Demnig in Deutschland bereits mehr als 8.000 Stolpersteine vor den Wohnhäusern der Opfer im Gehsteig verlegt. Für sein humanitäres Engagement wurde dem Künstler im Jahre 2005 durch Bundespräsident Horst Köhler der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Sichtbares Zeichen der Erinnerung

"Man wollte ein besonderes Zeichen der Erinnerung setzen und den Opfern ihren Platz in der Stadt geben, den Platz, der für sie in engerem Sinne ihre Zuhause war, das Haustor, aus dem sie jeden Tag zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen gegangen sind", erklärt Gerhard Wannenmacher, Mitglied der Initiatorengruppe, die Aktion: "Diese Art des Gedenkens ist der Versuch, die Opfer aus der eher unpersönlichen Dokumentation in Büchern herauszuholen und ihnen einen kleinen Platz im alltäglichen Leben der Stadt zu geben."

Ein Stein für Schwester Maria Restituta Kafka

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"Schwester Restituta war selbst ein 'Stolperstein', so Schwester Hilda.

Einer der Gedenksteine erinnert an die 1943 hingerichtete Ordensfrau Maria Restituta Kafka, die 1998 selig gesprochen wurde. Der Gedenkstein wurde vor dem Mödlinger Krankenhaus in der nach der Ordensfrau benannten Sr. M. Restitutagasse 12 verlegt. Schwester Restituta Kafka hat hier von 1919 bis 1942 als Kranken- und Operationsschwester gearbeitet. Sie wurde am 18. Februar 1942 von der Gestapo verhaftet und am 29. Oktober zum Tod verurteilt. Am 30. März 1943 wurde sie im Wiener Landesgericht am Schafott hingerichtet.

Nicht geschwiegen

"Es mag eine Erinnerung daran sein, dass Schwester Restituta selbst ein 'Stolperstein' war. Sie war nicht angepasst, obwohl von der Ordensleitung damals die Parole ausgegeben wurde: 'Schweigen! Schweigen! Schweigen!'", erzählt Schwester Hilda Daurer, Generaloberin der Franzikanerinnen von der christlichen Liebe. "Sie hat zu Unrecht nicht den Mund gehalten. Sie war schon ein 'Stolperstein' im Krankenhaus, wenn es darum ging, dass ausländische und jüdische Mitmenschen zweitrangig behandelt wurden oder gar keine Behandlung erhielten. Sie konnte es nicht erdulden, dass Krankenzimmer ohne Kreuze blieben, das Zeichen des Heiles und der Erlösung musste doch im Krankenzimmer sein. In vielen anderen Bereichen hat sich auch nicht geschwiegen. Für uns ist es auch eine Erinnerung, nicht zu schweigen, wenn man Unrecht sieht oder miterlebt", so die Mutter Oberin im Gespräch mit Radio Stephansdom.

"Gute Bürger von Mödling"

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"Es wird endlich anerkannt, dass die Familie Kohn hier gewohnt hat", so der Enkel Peter Gieler.

"Ich freue mich, dass es für meine Großeltern und meinen Onkel, die ich nie kennen gelernt habe, eine Erinnerung gibt, und dass man weiß, dass die Familie hier gewohnt und gelebt hat. Sie wären alle zufrieden, beruhigt und stolz, dass Mödling sie wieder anerkannt hat", versucht der extra aus Großbritannien angereiste Peter Gieler, Enkel der Opfer Adolf und Rosa Kohn, seine Gefühle zu erklären. "Mein Großvater war Sekretär der Synagoge in Mödling. Seine Frau war eine gebürtige Mödlingerin. Sie hatten sechs Kinder, Norbert ist im Konzentrationslager gestorben, die Großeltern in Theresienstadt, die anderen sind geflüchtet, zwei Schwestern nach England, zwei Brüder nach Australien", erzählt er kurz die Familiengeschichte.

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(ml)

14.08.2006


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