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- 02.09.10

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"Ein fantastisches Erlebnis, im Kreuzgang Musik zu hören"
© Stephanscom.atDie Wiener Dominikaner öffnen im Sommer die Tore ihres Klosters in der Wiener Innenstadt, um an vier Abenden zu hochkarätigen Konzerten mit jungen internationalen Künstlern einzuladen.

Ab Freitag, 21. Juli 2006, starten die "Wiener Kreuzgangkonzerte" des Wiener Dominikanerkonvents in der Postgasse im ersten Gemeindebezirk.

Ein erfolgreiches Hauskonzert der Cembalistin Maja Mijatovic im Kreuzgang des Dominikanerkonvents brachte die Ordensmänner auf die Idee, im Sommer 2006 eine Reihe von Kammerkonzerten zu veranstalten: "Für uns alle war es ein fantastisches Erlebnis und hat großen Zuspruch gefunden auch bei Leuten, die religiös nicht sehr motiviert und auch kirchlich nicht sonderlich interessiert sind", erzählt Frater Robert Mehlhart OP, Organisator der Konzertreihe. "Es ist ein positives Erlebnis, im Kreuzgang Musik zu hören und die Atmosphäre auch zu genießen. Das hat auch etwas mit Kontemplation, mit dem, wozu der Kreuzgang gebaut wurde, zu tun, so Frater Robert.

Gegenpol zu kommerziellen Veranstaltungen

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Frater Robert freut sich schon auf das besondere Musikerlebnis.

Die Künstler, die im Kreuzgang des Dominikanerkonvents musizieren, sind internationale, hochkarätige Leute. Die Wiener Kreuzgangkonzerte sollen einen Gegenpol zu den kommerziellen Veranstaltungen, die in Wien die musikalische Tagesordnung bestimmen, darstellen. "Die Kreuzgangkonzerte sind dazu da, dass ein Forum geboten wird für gute Künstler, wo sie frei sind, ihr Programm selbst zu machen, wo sie selbst den Raum erobern können, die großartige Akustik selber ausgestalten können und das einem interessierten Publikum kostenfrei auch bieten werden", so Frater Robert. Jeder der Musikabende steht im Zeichen eines oder mehrerer besonderer Instrumente. Beim ersten Konzert am Freitag, 21. Juli 2006, um 19.30 Uhr werden es Flöte und Gitarre sein.

Musik und Spiritualität

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Der Kreuzgang bietet eine einzigartige Atmosphäre, um Musik zu genießen.

Im Gespräch mit Radio Stephansdom erklärt der Dominikanerfrater, der beim Konzert am 28. Juli selbst Klavier spielen wird, die Verbindung zwischen Musik und Spiritualität: "Musik und somit auch jedes Konzert zeigt mir persönlich, wie die Welt sein könnte. In der Schönheit des Klanges, in den Melodien ist so etwas eingewoben wie eine Idee dessen, was Gott mit dieser Welt vorhat, ursprünglich vorhatte und wie sie vielleicht auch einmal sein wird."
Und Frater Robert betont weiter: "In dem Moment, wo ich Musik erlebe, habe ich Anteil an dieser Vision, an dieser Idee einer guten Welt, einer friedlichen Welt. In der musikalischen Struktur ist so etwas eingewoben wie eine göttliche Inspiration. Nicht umsonst ist schon im Alten Testament bei der Gottesvision des Jesaja, aber auch in den neutestamentlichen Schriften immer so, dass die Musik ein Attribut für Gott ist. Dort, wo Gott ist, ist auch irgendwie die Musik." Im Endeffekt sei Hören und Spielen von Musik eine spirituelle Erfahrung, so Frater Robert.

Leitfaden für religiöses Leben im Alltag

Das Wiener Dominikanerkonvent steht immer wieder für Besucher bei Vorträgen, Konzerten oder Lesungen offen. "Wir möchten den Gästen mitgeben, dass Gott überall dort ist, wo das Leben ist. Oder überall, wo Leben ist, da ist Gott", unterstreicht Frater Robert. Musik sei etwas Lebendiges und ein geeignetes Mittel für einen Zugang zu Spiritualität und Religion. "Verbunden mit unseren Vorträgen wollen wir den Leuten einen Leitfaden geben, wie Religiösität, Glaube heute vertretbar ist in der Welt", sagt Frater Robert und vergleicht dies mit einer Futterkrippe: "Wir wollen den Leuten 'gutes Futter' für ihr religiöses Leben im Alltag bieten."

Ort der Stille und Kontemplation

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Die Fresken des Kreuzgangs gehören zu den kunsthistorischen Schätzen des Klosters.

Seit 1235 ist der Kreuzgang der Dominikaner in der Wiener Innenstadt ein Ort der Stille und Kontemplation. Frater Robert Mehlhart erklärt die Besonderheiten des Kreuzganges, die Verbindung von romanischen und gotischen Elementen: "So gibt es wunderbare Konstellationen, mit den romanischen Rundbögen und darüber den gotischen Spitzbögen. Grundsätzlich ist es ein sehr heller, aber auch kühler Raum mit hohen gotischen Bögen und großen Glasfenstern, die zum Innenhof abschließen." Bei den Fresken im Kreuzgang handelt es sich einerseits um so genannte "Gründerkreuze", wo sich die Bürger der Stadt Wien, die das Kloster mitfinanzierten, verewigt haben. Andererseits werden auch Szenen aus der Bibel dargestellt.

Termine der "Wiener Kreuzgangkonzerte"

Freitag, 21. Juli 2006, 19.30 Uhr
Flöte und Gitarre
Albeniz, Giuliani, Pujol
Jelena Mortigjija- Reiter, Flöte
Javier Pacheco Silvestrini , Gitarre

Freitag, 28. Juli 2006, 19.30 Uhr
Bratsche und Klavier
Mendelssohn, Grieg, Händel
Martin Honsálek, Viola
Robert Mehlhart op, Klavier

Freitag, 1. September 2006, 19.30 Uhr
Cembalo
Haydn, Bach, Byrd
Maja Mijatovic, Cembalo 

Donnerstag, 7. September 2006, 19.30 Uhr
Violine und Klavier
Mozart, Beethoven, Sibelius
Alexander Burggasser, Violine
Susanna Koller , Klavier

Konzerte im Kreuzgang des Dominikanerkonvents Wien
Postgasse 4, 1010 Wien

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(ml)

19.07.2006


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