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- 02.09.10

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"Die Liebe neu entfachen"
© Stephanscom.at"Wir müssen wieder beten um 'heilige Seelsorger', die die Menschen mit der Liebe Christi anstecken", sagte Kardinal Schönborn beim Festgottesdienst zum 80. Todestag des Redemptoristenpaters Wilhelm Janauschek.

Kardinal Christoph Schönborn feierte am Freitagabend, 30. Juni 2006, gemeinsam mit den Redemptoristen und den Gläubigen in der Kirche Maria am Gestade einen Gottesdienst für den Diener Gottes, Pater Wilhelm Janauschek.

Dramatische Zeiten

© Stephanscom.at
Große Seelsorger entfachen die Liebe aufs Neue, so Kardinal Schönborn.

Der Erzbischof von Wien ging in seiner Festpredigt auf das Geheimnis der lebendigen Seelsorge wie sie der heilige Klemens Maria Hofbauer oder Pater Wilhelm Janauschek betrieben haben ein und nahm auf das Evangelium des Tages Bezug. Darin zeichnet Jesus ein dramatisches Bild von der Endzeit: "Denn ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere und an vielen Orten wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. Viele falsche Propheten werden auftreten und sie werden viele irreführen. Und weil die Missachtung von Gottes Gesetz überhand nimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten." (Mt 24)

"Das Geheimnis des großen Seelsorgers ist, dass er die Liebe, die erkaltet ist, wieder entflammt, wieder entfacht. Das macht den großen Seelsorger aus", erklärt der Wiener Erzbischof. "Wenn wir in die Geschichte der großen Seelsorger hineinschauen, wie etwa die Zeit von Wilhelm Janauschek, dann ist es immer eine dramatische Zeit. Welche Anfechtungen hatte die Kirche in der Lebenszeit von Pater Wilhelm Janauschek zu erleiden? Es war eine Zeit der großen Auseinandersetzung zwischen den liberalen Kräften, den atheistischen, den nationalistischen und marxistischen Kräften, des Wahns des Ersten Weltkrieges und des Völkermords", führte der Kardinal weiter aus.

Jede Zeit hat ihre großen Seelsorger

© Redemptoristen
Pater Janauschek war ein großer Volksmissionar und beliebter Beichtvater.

In allen Zeiten und Epochen wecke Gott aber Menschen auf, um die Liebe neu zu entfachen. Und nur wenn das geschehe, dann sei die Seelsorge wirklich lebendig. Pater Janauschek hatte die missionarische Leidenschaft für das Heil der Menschen, um ihnen die Liebe Gottes kund zu tun, betonte Kardinal Schönborn: "Dazu hatte er die klassischen Instrumente der Redemptoristen, die Mission in der Form der Volksmission. Die große Gabe, das große Charisma des Ordens, ist es, durch Predigt und Verkündigung die Liebe neu zu entfachen. Das Zweite, das Pater Janauschek besonders praktiziert hat, war das Bußsakrament. Bei seinem Beichtstuhl haben sich die Menschen angestellt, sie haben sich gedrängt. Nicht nur weil man Beichten ging, sondern weil viele gespürt haben, bei ihm bekommen sie nicht nur die Lossprechung, sondern auch Wegweisung, Zuspruch und Hilfe."

"Heilige Seelsorger" werden gebraucht

Die heutige Zeit brauche wieder "heilige Seelsorger", Seelsorger wie ein Pater Janauschek, die mit der Liebe Christi anstecken. "Weder Gläubigenschwund noch Priestermangel, weder Säkularisation noch Verweltlichung, nichts kann uns scheiden von der Liebe Christi, die immer stärker sein wird", so Kardinal Schönborn in seinen Schlussworten.

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(ml)

03.07.2006


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