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- 02.09.10

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"Wie Gott will, das ist das Beste"
© Provinzialat der RedemptoristenAm 30. Juni jährt sich zum 80. Mal der Todestag des Wiener Redemptoristenpaters Wilhelm Janauschek. Sofort nach seinem Tod stand er im Ruf der Heiligkeit. Seine tieffromme Gelassenheit könnte Vorbild für die heutigen Menschen sein, betont Redemptoristenprovinzial Pater Lorenz Voith.

An drei Tagen gedenken die Redemptoristen in Wien ihres Mitbruders, Pater Wilhelm Janauschek CSsR. Am Freitag, 30. Juni 2006, feiert der Wiener Erzbischof, Christoph Kardinal Schönborn, um 19.00 Uhr einen Festgottesdienst für den Diener Gottes in der Kirche Maria am Gestade. Auch an den zwei darauffolgenden Tagen, Samstag und Sonntag, gibt es einen Festgottesdienst in der Redemptoristenkirche für den vor 80 Jahren verstorbenen Janauschek.

Ein echter Wiener

Wilhelm Janauschek wurde am 18. Oktober 1859 in der Himmelpfortgasse in der Wiener Innenstadt geboren, "im Schatten des Stephansdoms", wie er selbst sagte. Er war immer ganz stolz auf Wien und liebte diese Stadt. Jedes Mal wenn er nach Wien kam, sei ihm "sein Herz warm geworden." Er besuchte zunächst das Wiener Schottengymnasium. Mit 17 Jahren wollte er schon Redemptorist werden und wurde im Noviziat in Eggenburg aufgenommen. Später studierte er Theologie in Mautern in der Steiermark.

© Provinzialat der Redemptoristen
Wilhelm Janauscheks Leitspruch: "Wie Gott will, das ist das Beste".

Im Laufe seines Lebens wurde Pater Janauschek für viele wichtigen Ämter in der Provinz eingesetzt. Kurz nach seiner Priesterweihe machte man ihn zum Socius des Studentenpräfekten in Mautern, später zum Juvenatsdirektor in Leoben. Danach war er viele Jahre als Novizenmeister, Exerzitienleiter und Rektor tätig. Sechs Jahre leitete er als Provinzial die Wiener Provinz der Redemptoristen. In seinem Provinzialat bemühte er sich besonders um die Heiligsprechung von Klemens Maria Hofbauer; 1909 konnte er die Heiligsprechung durch Pius X. in Rom miterleben. Er setzte sich auch stark für die Ernennung des heiligen Klemens zum Stadtpatron von Wien ein, die dann 1914 auch erfolgte. Pater Wilhelm Janauschek hat sich zeitlebens sozial sehr engagiert und war ein sehr gefragter und bekannter Beichtvater in seinen Wirkungsstätten.

Am 30. Juni 1926 starb Pater Wilhelm Janauschek an einem unheilbaren Krebsleiden im Wiener Hartmannspital. Eine sehr große Menschenmenge begleitete den Leichnam von Pater Janauschek am 3. Juli zur vorläufig letzten Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof. Das Grab wurde in der Folgezeit zu einem kleinen Wallfahrtsort. Der Ruf seines heiligmäßigen Lebens und die vielen Gebetserhörungen auf seine Fürsprache hin veranlassten die Redemptoristen, die sterblichen Überreste des Paters 1934 vom Zentralfriedhof in die Kirche Maria am Gestade zu überführen. Kurz darauf wurde der Seligsprechungsprozess für Janauschek eingeleitet.

"Warten auf ein Wunder"

© Stephanscom.at
Viele Menschen kommen zum Grab von Pater Janauschek und bitten um seine Fürsprache.

Bis heute wird Pater Wilhelm Janauschek verehrt, täglich beten Menschen an seinem Grab in Maria am Gestade. Mehr als 10.000 Gebetserhörungen wurden innerhalb der letzten 80 Jahren registriert. "Es ist faszinierend, dass dieser Mann, obwohl schon 80 Jahre tot, bis heute Menschen in besonderer Weise anspricht. Wenn es Gottes Wille ist, dann soll er in guter Weise auch selig gesprochen werden. Er wäre nämlich der erste geborene Wiener, der dann selig wäre", betont der Provinzial der Wiener Redemptoristenprovinz, Pater Lorenz Voith.

Der diözesane Seligsprechungsprozess ist abgeschlossen. Eine wissenschaftliche Arbeit über das Leben von Pater Wilhelm Janauschek und über die Zeitumstände wird in nächster Zeit Frater Martin Leitgöb erstellen . "Wir warten nur mehr auf eine kirchliche Anerkennung eines Wunders, das ist noch offen", erklärt Pater Lorenz Voith im Gespräch mit Radio Stephansdom. "Vielleicht ist auch dieses Fest eine Gelegenheit, dass wir noch neue Unterlagen und Informationen über ein Wunder bekommen. Wir haben Gebetszettel in sechs verschiedenen Sprachen drucken lassen und diese weltweit in alle unsere Klöster ausgesandt mit der Bitte, diese in den Kirchen aufzulegen. Vielleicht hören wir von einem Wunder aus Lateinamerika oder aus Afrika. Es ist ein schönes Zeichen, dass wir schon Reaktionen von Provinzen in Südamerika bekommen haben", so der Provinzial.

"Heiliger des Alltags"

"Ich denke, Pater Janauschek ist ein 'Heiliger des Alltags'. Keiner der sich besonders in den Vordergrund schiebt, der vielleicht große Aktionen einleitet, sondern einer der wirklich versucht, das Leben in die Hand zu nehmen und das Leben mit dem Gebet zu verbinden", erzählt Pater Voith: "Jeden Tag erlebte er mit einer tieffrommen Gelassenheit. Sein 'Motto' lautete: 'Wenn der liebe Gott dies so möchte, dann wird das schon passen.' Diese Gelassenheit kann auch für den modernen Menschen eine Anregung sein: Sich wirklich bemühen, das Beste zu tun, aber in dem Wissen, dass es Gott ist, der alles lenkt."

Das Gespräch mit den Menschen ist wichtig!

© Stephanscom.at
Provinzial Voith: "Pater Wilhelm Janauschek kann ein Vorbild für die Individualseelsorge und für die heutige Mission sein."

Pater Janauschek war die Gesprächspastoral ein wichtiges Anliegen, "dass die Menschen ohne Anmeldung, ohne irgendeine Karteiaufnahme jeden Tag kommen können, ich denke, das ist etwas, was auch heute zu einer modernen Citypastoral gehören muss. Wir arbeiten daran, ab dem nächsten Jahr soll eine solche 'Gesprächsinsel' hier in Wien entstehen", erklärt Pater Voith das Vermächtnis seines Mitbruders für die heutige Zeit. "Janauschek war zeitlebens ein Volksmissionar und viel unterwegs. Ich denke diesen missionarischen Geist könnte er uns heute auch übermitteln als kleiner Patron einer Stadtmission, die sich vielleicht über Jahre erstreckt. Kardinal Schönborn hat sich gewünscht, dass wir in Wien für die nächsten fünf Jahre die Missionen in den Mittelpunkt stellen, dabei kann uns Janauschek mit seinem Engagement sicher helfen", so der Provinzial.

Festprogramm in Maria am Gestade

Freitag, 30. Juni 2006, 19.00 Uhr: Festgottesdienst mit dem Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn OP (musikalische Gestaltung: Chor der Marienpfarre, Hernals)
Samstag, 1. Juli 2006, 19.00 Uhr: Festgottesdienst mit Provinzial Pater Lorenz Voith CSsR (Bläserensemble der MK Eggenburg), anschließend Begegnung mit Ordensleuten aus Wien
Sonntag, 2. Juli 2006, 9.30 Uhr: Festgottesdienst mit Rektor Pater Hans Hütter CSsR (Chor und Orchester: "Spatzenmesse" von W.A. Mozart)

Ort:
Kirche Maria am Gestade
Salvatorgasse 12, 1010 Wien

 

(ml)

28.06.2006


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