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- 02.09.10

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Ein abendlicher Besuch bei Nachbarn
© Rupprecht@kathbild.at; Stephanscom.atDas Programm der Innenstadtkirchen von Wiener Neustadt in der Langen Nacht der Kirchen ist vielfältig: Es bietet Heiteres zur Bibel, ein Apostelkonzil, Psalmen in verschiedenen Variationen, Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Zeitgenossen oder einfach nur wohltuende Stille.

"Die Lange Nacht der Kirchen ist eine gute Idee, eine gute Möglichkeit, uns gemeinsam mit unseren katholischen Schwesterngemeinden als Kirchengemeinde zu präsentieren", meint der Pfarrer der Evangelischen Pfarrgemeinde in Wiener Neustadt, Michael Lattinger. "Wir möchten den Wiener Neustädtern ermöglichen, einmal über den eigenen Tellerrand, über den Zaun zu schauen, und sich über uns zu informieren oder zu erleben, wie es in einer evangelischen Gemeinde zugeht", so Michael Lattinger im Gespräch mit Radio Stephansdom.

Heiteres zur Bibel

© Evangelische Pfarrgemeinde Wr. Neustadt
Die Besucher können im Bibelgarten der evangelischen Gemeinde die Pflanzen der Bibel kennen lernen.

Einen heiteren Zugang zur Bibel ermöglicht am Freitag, 9. Juni 2006, in der evangelischen Auferstehungskirche die Lesung "Bibel zum Schmunzeln", bei der lustige Geschichten aus der Bibel beziehungsweise über biblische Texte erzählt werden. In dem neu angelegten Bibelgarten können die Besucher Pflanzen, die in der Bibel genannt werden, bestaunen: von Weihrauch, Myrrhe, Papyrus bis hin zu Dattelpalme und Zeder.

Im Labyrinth hinter der Kirche haben Teilnehmer die Möglichkeit, ihren Lebens- oder Glaubensweg sowohl symbolisch und gedanklich aber auch aktiv mit den eigenen Füßen zu gehen. "Das ist meistens eine ganz tolle Erfahrung. Das Gehen durchs Labyrinth geschieht mit Anleitung und wird begleitet mit meditativen Texten und Musik", erklärt Pfarrer Lattinger. Die drei Programmpunkte werden jeweils um 19.00, 20.00 und 21.00 Uhr angeboten.

Konzil der Apostel

© Propstei- und Hauptpfarre Wr. Neustadt
Im Dom spielen Petrus und die anderen Aposteln in der Langen Nacht eine wichtige Rolle.

Die zwölf überlebensgroßen gotischen Apostelfiguren von Lorenz Luchsperger im Hauptschiff des Wiener Neustädter Domes gehören zu den großen Kunstwerken des 15. Jahrhunderts in Niederösterreich. Sie dienen auch dieses Jahr als Inspiration für das Programm der Propsteipfarre Wiener Neustadt. "Voriges Jahr haben sich die Apostel vorgestellt. Heuer wollen wir das Apostelkonzil in Jerusalem nachstellen", erklärt Propstpfarrer Wilhelm Müller das um 21.30 Uhr stattfindende "Konzil der Apostel". "Die zwölf Apostel diskutieren, was ist notwendig, was ist nicht notwendig. Eben anhand der Apostelgeschichte: Müssen die Heiden zuerst Juden werden oder gibt es einen direkten Zugang zu Christus? Und was macht den Christen heute aus?", beschreibt Müller.

Über den Dächern der Stadt

Bereits um 19.30 Uhr werden drei Psalmen zum Teil durch den Kantor, zum Teil durch den Chor gesungen oder von der Gemeinde mitgebetet. Die ausgewählten Psalmen 19, 139 und 147 werden in verschiedenen Übersetzungen und Dichtungen dargeboten.

Eine Attraktion ist sicher ab 20.30 Uhr der Besuch der Türmerstube unter dem spitzen Dach des Südturmes. "Es geht hoch hinauf. Und der Blick von den Domtürmen über die Stadt ist natürlich zauberhaft", schwärmt Wilhelm Müller.

Eine musikalische Nacht

© Stephanscom.at
Die Lange Nacht der Kirchen in der Neuklosterkirche steht ganz im Zeichen der Musik Mozarts und seiner Zeitgenossen.

In der Neuklosterkirche gibt in der Langen Nacht der Kirchen ein spezielles Musikprogramm, das in seiner Auswahl dem heurigen Jahresregenten Wolfgang Amadeus Mozart ein wenig Tribut zollt. Um 19.00 Uhr findet in der Sakristei ein Konzert mit dem Jugendchor "Cantus novus" unter der Leitung von Eva Trenker statt. "Es werden die sechs Nocturnos von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt, welche für zwei Frauen- und Männerstimmen sowie Cembalo und Basso Continuo komponiert wurden", erzählt der Programmorganisator Walter Sengstschmid, der dabei auch das Cembalo spielen wird. "Unterbrochen werden sie von einzelnen Sätzen aus frühen Klaviersonaten und Klavierstücken von Mozart", so Sengstschmid weiter. Außerdem wird eine dreisätzige Sinfonia für Clavicembalo von Joseph Haydn zur Aufführung gebracht.

Nach diesem Konzert gibt es eine Führung durch eine Ausstellung mit Exponaten aus der Mozartzeit. In einem Orgelkonzert an der Blaszewitz-Orgel von 1736 spielt Walter Sengstschmid anschließend um 20.30 Uhr einerseits Orgelwerke von Wolfgang Amadeus Mozart, andererseits von dessen Zeitgenossen wie Johann Georg Albrechtsberger oder Joseph Haydn.

Zeit der Stille

In der nur von Kerzenlicht erleuchteten Jakobskirche der Kapuziner wird von 18.00 bis 24.00 Uhr Stille "angeboten": eine stille Kirche, eine stillende Kirche, aus der die Besucher neue Kraft schöpfen können. Um 20.30 Uhr können die Besucher den Hymnos Akathistos hören. Er gilt als die älteste und schönste Mariendichtung und wird seit 1.200 Jahren in der Ostkirche gebetet und gesungen. Von 21.30 Uhr bis Mitternacht gibt es in der Kapuzinerkirche Anbetung mit meditativen Impulsen im Geist des heiligen Franziskus von Assisi.

Nähere Informationen zur Langen Nacht der Kirchen erhalten Sie auf Stephanscom.at im Schwerpunktbereich "Lange Nacht" und auf der Homepage www.langenachtderkirchen.at, sowie unter der Woche täglich ab 18.30 Uhr in Kirche Aktuell auf Radio Stephansdom.

(ml)

30.05.2006


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